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Reiseführer Litauen

Litauen ist etwas kleiner als Bayern, liegt im Nordosten Europas und gehört zu den drei baltischen Staaten. Es hat eine etwa 100 Kilometer lange Küste zur Ostsee und außerdem Grenzen zu den Nachbarstaaten Lettland, Weißrussland, Polen und Russland (Exklave Kaliningrad).

Litauen und seine beiden baltischen „Schwesterstaaten“ Estland und Lettland gehörten früher zur Sowjetunion. Sie erreichten Anfang der 1990er Jahre durch eine weitgehend friedliche Revolution die Unabhängigkeit. Seit 2004 ist Litauen Mitglied der EU.

Kulturreiche Städte wie Vilnius oder Kaunas, geschichtsträchtige Orte wie der Berg der Kreuze nahe Siaulilai (Schaulen) und nicht zuletzt die Kurische Nehrung mit ihrer zauberhaften Dünenlandschaft sind Orte, die es in Litauen zu erkunden gilt. Die vielerorts noch unverfälschte Natur, tiefe Wälder und einsame Seen- und Sumpflandschaften prägen die Landschaft des größten baltischen Staates. Willkommen in Litauen!

Allgemeines

Die weitgehend unberührte Natur, sanfte Hügelketten mit Wiesen und tiefen Wäldern, wilde Seen- und Sumpflandschaften und nicht zuletzt die einzigartige Kurische Nehrung – Litauen ist einfach ein herrliches Reiseland, gerade für Menschen, die eine unverfälschte und mancherorts vielleicht etwas raue Natur zu schätzen wissen.

Von der Landschaft kann man schon fast auf seine Einwohner schließen: Die Kuren, die vor allem die Küste bis nach Lettland hinauf siedelten, galten als ein raues Volk. Überhaupt scheinen die Litauer ein zähes Volk zu sein. Während die Letten und Esten im 13. Jahrhundert durch den Schwertbrüderorden und den Deutschen Orden zum Christentum bekehrt wurden, haben die Litauer erbitterten Widerstand geleistet. Die religiöse Hinwendung zum Christentum kam erst, als Litauen sich im 14. Jahrhundert mit dem katholischen Polen zusammenschloss.

Vilnius und Kaunas sind für jeden auch nur vage Kulturinteressierten unbedingt einen Besuch wert. Ihre Geschichte, das Architekturbild, das vor allem Stilelemente des Klassizismus, Barock und der Renaissance verkörpert, bildet eine herrliche Kulisse für einen Städteurlaub. Die unzähligen Kirchen, die berühmte Universität und natürlich die Reste der alten Burg der Hauptstadt Vilnius sollten sich Besucher nicht entgehen lassen. Kaunas, zeitweilig Hauptstadt Litauens und zweitgrößte Stadt des Landes, lockt mit seiner alten Burg, dem Rathaus, das wegen seiner Architektur auch als „Weißer Schwan“ bezeichnet wird, und der sehenswerten Peter-und-Paul-Kathedrale.

Interessant ist auch ein Besuch am Berg der Kreuze nahe der Stadt Siaulilai: Unzählige Kreuze wurden hier nach der Unterdrückung des litauischen Aufstandes von 1831 auf einem Hügel aufgestellt: Große und kleine, verzierte und schmucklose – Kreuze soweit das Auge reicht. Unter den Sowjets wurde der Ort mehrfach zerstört, von den Litauern aber stets wiedererrichtet.

Und natürlich sollte ein Besuch der Kurischen Nehrung auf keiner Reise fehlen. Das herrliche Fleckchen Erde mit seiner einzigartigen Dünenlandschaft, den luftigen Kiefernwäldern und den hübsch zurechtgemachten Fischerdörfern ist ein wunderbares Kontrastprogramm zu einem erlebnisreichen Städtetrip.

So sehr die baltischen Staaten manchmal von Außenstehenden als eine Einheit gesehen werden (vor allem die jüngere Geschichte führt zu diesem Schluss), so sehr muss man doch auf die Unterschiede und die Eigenständigkeit einer jeden Republik hinweisen. Dies drückt sich etwa in der früheren Geschichte aus, in der Religion, in den völlig unterschiedlichen Sprachen, aber auch in der Architektur.

Die Wirtschaftskrise hat Litauen zugesetzt. Eine hohe Arbeitslosenquote und fehlende Perspektiven führten dazu, dass Litauen ein Abwanderungsland geworden ist. Gerade jüngere Menschen versuchen sich nach West-Europa zu orientieren in der Hoffnung auf bessere berufliche Aussichten. Die Einwohnerzahl Litauens schrumpfte von 3,7 Millionen Einwohnern kurz nach der Unabhängigkeit auf mittlerweile nur noch knapp 3 Millionen Einwohner.

Geografie

Litauen ist der südlichste der drei baltischen Staaten und befindet sich im Nordosten Europas. Das Land hat Grenzen zur russischen Exklave Kaliningrad, zu Polen, Weißrussland und Lettland. Mit den Nachbarn Russland und Weißrussland bestehen somit zwei EU-Außengrenzen.

Im Westen hat Litauen seine etwa 100 Kilometer lange Ostseeküste. Hier befindet sich auch die Hafenstadt Klaipeda, über die viele Touristen per Fähre nach Litauen einreisen, sowie das Seebad Palanga.

Litauen hat nicht einmal 3 Millionen Einwohner, die Einwohnerzahlen sind in den letzten Jahren rückläufig. Berücksichtigt man die Landesfläche von etwa 65.000 Quadratkilometern (etwas kleiner als Bayern), so ist das Land vergleichsweise dünn besiedelt. Die litauische Hauptstadt Vilnius hat etwa 550.000 Einwohner. Kaunas ist mit etwa 400.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes. Darauf folgt Klaipeda mit 200.000 Einwohnern.

Litauen weist eine so genannte Jungmoränenlandschaft auf. Im Zuge der letzten Eiszeit wurde fast die gesamte Landesfläche von den Eismassen überprägt. Typisch ist eine sanfte Hügellandschaft, die höchste Erhebung beträgt gerade einmal 294 Meter.

Ein Drittel der Landesfläche Litauens ist bewaldet. Kiefern, Tannen und Birken sind die dominantesten Baumarten. Der Großteil der Landesfläche wird für Landwirtschaft genutzt. Litauen hat zahlreiche Flüsse. Der längste ist mit fast 1.000 Kilometern der Nemunas (deutsch: Memel). Insgesamt 2.800 Seen mit einer Fläche von mehr als 0,5 Hektar gibt es in dem baltischen Staat. Der tiefste See ist der Vistytis-See im Süden. Er gehört teils zu Russland und erreicht eine maximale Tiefe von 50 Metern.

Eine landschaftliche Besonderheit ist die Kurische Nehrung. Die 98 Kilometer lange Halbinsel, die teils zu Litauen und teils zu Russland (Oblast Kaliningrad) gehört, trennt die Ostsee vom Kurischen Haff. Im Norden, bei Klaipeda, gibt es eine etwa 300 Meter breite Öffnung zum offenen Meer. Die Landzunge, die Nationalpark und außerdem UNESCO-Welterbe ist, misst an der breitesten Stelle gerade einmal 3,8 Kilometer. Die schmalste Stelle weist sogar nur etwa 400 Meter auf. Die Dünenlandschaft, deren Sandmassen sich nach Abholzungsmaßnahmen ständig bewegten, begruben bei ihrer Wanderung ganze Ortschaften unter sich. Erneute Bepflanzungen konnten das Problem eindämmen.

Das Klima Litauens ist ein gemäßigtes Kontinentalklima mit warmen Sommern und recht kalten Wintern. Der kurze Sommer kann sehr heiße Tage mit mehr als 30 Grad Celsius haben.

Ein Punkt bei dem Dorf Purnuskes im Südosten Litauens gilt nach Berechnungen französischer Geografen als der Mittelpunkt Europas. Dieser Berechnung liegen die äußersten europäischen Punkte mit Spitzbergen im Norden, dem Ural im Osten, den Kanarischen Inseln im Süden und den Azoren im Westen zugrunde.






Natur

Naturbegeisterte Urlauber und Aktive finden eine Kulisse vor, die mit Reizen nicht geizt. Die wechselvollen Landschaften mit tiefen Wäldern, herrlichen Küstenabschnitten, unzähligen Seen, Moor- und Weidelandschaften und die sanften Hügelformationen als Relikte der letzten Eiszeit sind ein herrliches Territorium für Wanderungen, Radurlaube, oder um einfach die Seele baumeln zu lassen.

In Litauen gibt es insgesamt fünf Nationalparks. Unter ihnen ist der Nationalpark Kurische Nehrung sicher der bekannteste und am meisten besuchte. Er wurde 1991 gegründet und steht seit 2000 auf der Liste der UNESCO-Welterbe. Seine einzigartige Dünenlandschaft und die besondere Atmosphäre der kleinen Fischerorte ziehen jährlich zahlreiche Besucher in ihren Bann. Die Kurische Nehrung gehört neben dem Nemunasdelta (Memeldelta) zu den wichtigsten Stationen des Vogelzugs.

Ganz im Osten Litauens wartet der Aukstaitija Nationalpark mit einem ganz ursprünglichen Naturerlebnis. Der nahezu unberührte Urwald Azvinkia ist einzigartig. Bis zu 200 Jahre alte Kiefern und alte Eichen wachsen hier. Seen, Wälder, Moore, Heideflächen und Wiesen prägen das Reservat. Die zahlreichen Seen mit ihren Zu- und Abflüssen ergeben ein dichtes Netz an Wasserstraßen, das Kanufahrer begeistert.

Der flächenmäßig größte Nationalpark Litauens ist der Nationalpark Dzukija im Süden des Landes. Das Sumpfgebiet Cepkeliai liegt in dem Park und ist das größte zusammenhängende Moor Litauens. Die Fauna ist einzigartig: Kraniche, Adler, Elche, Wölfe und Schlangen sagen sich hier gute Nacht. Mit einem Führer kann man auf Holzplankenwegen das Gebiet erkunden und die unvergleichliche Stille der fast mystischen Moorlandschaft auf sich wirken lassen.

Neben den Nationalparks wartet Litauen noch mit zahlreichen weiteren Reservaten und Schutzgebieten auf. Mit etwas Glück kann man Luchse, Wölfe, Elche oder sogar Bären beobachten. Auch Sumpfschildkröten, Biber, Otter oder Ringelnattern lassen sich hier und da sehen. Interessant ist vor allem die Vogelwelt Litauens: Diese ist unter anderem mit Kranichen, Störchen, Seeadlern und Reihern vertreten.

Kultur

Unter kulturellen Gesichtspunkten braucht sich Litauen keinesfalls zu verstecken. Das geschichtsträchtige Land hat eine bewegte Vergangenheit, die sich in Architektur, Kultur und Brauchtum widerspiegelt. So gibt es für kulturinteressierte Besucher viel zu entdecken. Natürlich sollten die Städte mit ihren Architekturdenkmälern erkundet werden, außerdem die prachtvollen Schlösser, Herrenhäuser und mächtigen Burgen. Daneben sind aber auch die Museen des Landes besuchenswert, verschiedene (Kultur-)Veranstaltungen ergänzen das Angebot.

Die Museumswelt Litauens ist vielfältig und interessant: In Kaunas etwa kann man das Mikalojus-Konstantinas-Ciurlionis Nationalmuseum besuchen. Es wurde nach dem vermutlich berühmtesten litauischen Künstler Ciurlionis (1875 – 1911) benannt, er war Maler und Komponist. Das Museum zeigt viele Exponate von ihm, widmet sich aber auch der litauischen Kunst im Allgemeinen vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Im Grutas Park in der Nähe von Druskininkai befindet sich eine Ausstellung der nach der Unabhängigkeit „ausrangierten“ Sowjetdenkmäler. Mehr als 100 Objekte, vor allem Abbildungen sowjetischer Führer, sind zu sehen. Sie spiegeln die Ideologie und den Personenkult der Sowjetzeit wider. Auch alte Wachtürme und Teile von Arbeitslagern sind auf dem Gelände zu finden. Ein dazugehöriges Museum arbeitet die sowjetische Herrschaft auf.

Wer sich für Kunst interessiert, wird in den vielen Galerien und Kunstausstellungen fündig. Das Litauische Kunstmuseum in Vilnius zum Beispiel zählt zu den modernsten und jüngsten Kunstzentren Litauens. Es beherbergt mehr als 40.000 Zeichnungen und Gemälde. Im Europa Park – beim 1989 errechneten Mittelpunkt Europas – werden etwa 100 Skulpturen internationaler Künstler unter freiem Himmel ausgestellt.

Außerdem gibt es zahlreiche außergewöhnliche Museen wie etwa das Uhrenmuseum und das Schmiedemuseum (beide in Klaipeda), oder das Teufelsmuseum in Kaunas.

Was viele nicht wissen: Fasching spielt in Litauen durchaus eine Rolle. Er soll den Winter vertreiben, es wird deftig gegessen (Pfannkuchen und Erbsenbrei) und ausgelassen gefeiert. Als Verkleidungen sind Masken beliebt, Tier-, Teufels- oder Dämondarstellungen werden gerne gewählt. Mit Pfeifkonzerten, Lärm und Gesang soll der Winter endgültig in die Flucht geschlagen werden. Übrigens: Auf Gut Plateliai gibt es sogar ein Faschingsmuseum.

Überhaupt finden in Litauen allerorten Veranstaltungen und Feierlichkeiten statt, vor allem in den Sommermonaten, wenn der Fasching den Winter besiegt hat. Festivals für Klassik oder Jazz, Rock und Pop, Blues und Independent-Musik gibt es ebenso wie traditionell angehauchte Folklore-Festivals. Das Sängerfest, das alle vier Jahre in Vilnius begangen wird, steht natürlich ganz oben auf der Liste der Feierlichkeiten mit Ethno-Einschlag. Seit 1924 findet das Sängerfest bereits statt. Wie auch die Sängerfeste Lettlands und Estlands zählt es zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe.

Auf jeden Fall lohnt sich ein Blick in den Veranstaltungskalender des Fremdenverkehrsamtes von Litauen*. „Es werde Nacht“ heißt zum Beispiel eine Kulturveranstaltung, die jeden Juni in Vilnius begangen wird. Um die 1.500 Darbietungen werden in der litauischen „Kulturnacht“ präsentiert, mehr als 100 Kulturorganisationen und etwa 500 Künstler sind beteiligt. Museen, Kirchen, Galerien und Theater sind die ganze Nacht geöffnet. Konzerte, Ausstellungen und Kunstdarbietungen warten auf Nachtschwärmer.

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Geschichte

Baltische Stämme besiedelten das Territorium des heutigen Litauen bereits ab 3.000 v. Chr. Unter Fürst Mindaugas gab es im 13. Jahrhundert eine „Fusion“ der baltischen Stämme und es kam zu einer ersten Staatsgründung.

Ebenfalls im 13. Jahrhundert zogen der Schwertbrüderorden und der Deutsche Orden durch baltisches Gebiet und versuchten die Einwohner zum Christentum zu bekehren. Während sie in Estland und Lettland erfolgreich waren, haben die Litauer erbitterten Widerstand geleistet. Berühmt ist die Schlacht von Schaulen (Siaulilai) von 1236, bei der die Kreuzritter geschlagen von dannen ziehen mussten: Die Litauer hatten sich erfolgreich zur Wehr gesetzt. Die Orientierung in Richtung Christentum kam später, als Litauen sich im 14. Jahrhundert mit dem katholischen Polen zusammenschloss. Diese Union hatte über mehr als 400 Jahre Bestand. Die Ordensritter, die trotz der durch die Vereinigung mit Polen bereits erfolgten Christianisierung nicht locker ließen, versuchten weiterhin, ihre Macht durchzusetzen. Mit vereinten Kräften wurden sie jedoch bei der Schlacht bei Tannenberg (1410) in die Flucht geschlagen.

So haben Litauen und seine beiden nördlichen „Schwesterstaaten“ in vielen Belangen eine ähnliche Geschichte hinter sich, aber in einen Topf werfen darf man sie dennoch nicht. Die Parallelen zeigen sich vor allem ab dem Ersten Weltkrieg, der Deutschen Besatzung, dem Zweiten Weltkrieg und der Einverleibung durch Sowjet-Russland.

1918 wurde der unabhängige litauische Staat gegründet. Die Demokratiebestrebungen waren aber nur von kurzer Dauer und wurden bereits 1926 durch den Putsch von Antanas Smetona in eine Diktatur gewandelt. Im Zweiten Weltkrieg versuchten Deutsche und Sowjets, das Land zu unterwerfen. 1944 übernahm die Sowjetunion die Macht. Es kam zu Deportationen von „Staatsfeinden“, Repressalien, Unterdrückung der litauischen Bevölkerung.

Die Loslösung von der Sowjetunion begann ab 1988 mit der „Singenden Revolution“. 1989 bildeten zwei Millionen Menschen eine Kette von Tallinn über Riga nach Vilnius und protestierten für die Unabhängigkeit der baltischen Staaten. 1990 rief Litauen den souveränen Staat aus, eine Bestrebung, die die Sowjets zu unterdrücken versuchten. Im August 1991 gab es den so genannten Vilniusser Blut-Sonntag, an dem sowjetische Truppen gewaltsam die Unabhängigkeitsbestrebungen zu beenden versuchten. Erfolglos: Im selben Jahr wurde die Unabhängigkeit Litauens wie auch der anderen baltischen Staaten endlich erreicht.

Seit 2004 gehört Litauen der EU und der NATO an, seit 2007 außerdem dem Schengen-Raum. In der zweiten Jahreshälfte 2013 wird Litauen die Präsidentschaft des EU-Rates innehaben.

Bevölkerung

Litauen hat heute knapp 3 Millionen Einwohner. Unmittelbar nach Erlangung der Unabhängigkeit wurden noch 3,7 Millionen Einwohner gezählt. In den letzten Jahren kam es verstärkt zu Abwanderungen vor allem in den jüngeren Bevölkerungsschichten – oft auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive in anderen europäischen Staaten.

Von den Einwohnern sind mehr als 80 Prozent ethnisch betrachtet Litauer. Daneben leben zu etwa gleichen Teilen (5 bis 6 Prozent) Polen und Russen in dem kleinen Land, außerdem Weißrussen (1 Prozent) und Ukrainer. Die Zusammensetzung der Bevölkerung ist im Vergleich zu Estland und Lettland relativ homogen. In den beiden Staaten gibt es einen bedeutenderen Anteil russischstämmiger Bevölkerung.

Eine ethnische Besonderheit stellen die Karäer dar. Sie sind ein Turkvolk mit Ursprung in der Türkei, das auf die Krim wanderte und dort in den Bergen siedelte. Die Karäer bilden eine eigenständige, jüdische Glaubensgemeinschaft und haben sich vom Judentum abgespalten. Einige der Karäer wurden im 14. Jahrhundert nach Litauen gebracht. Ihre Nachfahren leben heute vor allem in Trakai.

Politik

Litauen ist eine parlamentarische Demokratie, mit dem Staatspräsidenten an der Spitze. Im Vergleich mit dem Bundespräsidenten Deutschlands sind die Aufgaben umfangreicher. So zählt etwa die Außenpolitik zu den Kernaufgaben des Staatspräsidenten. Derzeit regiert die Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite.

Demgegenüber steht der Ministerpräsident, er ist der Regierungschef Litauens.

Das Parlament heißt Seimas und besteht aus 114 Abgeordneten, die für vier Jahre gewählt werden.

1991 erklärte Litauen seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Seit 2004 gehört Litauen der EU und der NATO an, seit 2007 außerdem dem Schengen-Raum. In der zweiten Jahreshälfte 2013 wird Litauen die Präsidentschaft des EU-Rates innehaben.

Relegion

Litauen ist überwiegend römisch-katholisch geprägt, etwa 80 Prozent der Bevölkerung gehören dem Glauben an. Daneben gibt es Anhänger des russisch-orthodoxen Glaubens, dazu zählt vor allem die russischstämmige Bevölkerung.

Außerdem gibt es einen kleinen Teil evangelisch-lutherische, jüdische und islamische Gläubige sowie Anhänger des Alten Glaubens. Die Altgläubigen sind eine Religionsgemeinschaft, die ihren Ursprung im 17. Jahrhundert hat. Ihre Begründer waren Gegner einer Kirchenreform durch Patriarch Nikon, sie spalteten sich ab und gründeten den „Alten Glauben“. Fortan wurden sie von der russischen Kirche ausgeschlossen und verfolgt. Eine weitere kleine Religionsgemeinschaft sind die  Karäer. Sie bilden eine eigenständige, jüdische Glaubensgemeinschaft und haben sich vom Judentum abgespalten.


Reiseziele

Wer kulturreiche Städte, hübsche Küstenorte und einsame Nationalparks entdecken möchte, der ist in Litauen genau richtig, denn dieses abwechslungsreiche Gesamtpaket bietet Litauen seinen Besuchern. Während Kaunas und Vilnius mit Kultur und Geschichte locken, überzeugen die Kurische Nehrung und die anderen Nationalparks mit unberührter Natur und herrlichen Landschaftsbildern.

Vilnius

Mit mehr als einer halben Millionen Einwohner ist Vilnius die größte Stadt Litauens, zugleich Hauptstadt und Regierungssitz. Vilnius ist eine Stadt verschiedener Nationen: Nur knapp 60 Prozent der Einwohner kommen aus Litauen, etwa 19 Prozent aus Polen und 14 Prozent aus Russland. Damit liegt Vilnius im Trend, ist doch im ganzen Baltikum eine multiethnische Bevölkerung typisch für die Geschichte der Region. 

Kopfsteinpflaster, schmale Gässchen, schmucke Häuschen – Vilnius ist einfach hübsch. Seit 1994 zählt die Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die vielfältige Architektur reicht von Barock über Backsteingotik bis zum Klassizismus und in die Renaissance und verleiht der Stadt ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild. 

Die litauische Hauptstadt ist – vor allem im architektonischen Sinne – eine religiöse Stadt: Etwa 50 Kirchen kann der Besucher bestaunen. Die St.-Annen-Kirche aus dem 15. Jahrhundert ist ein schönes Beispiel für die typische Backsteingotik. Ihr Architekt entwarf auch Teile der Prager Burg. Die Kasimir-Kirche aus dem frühen 17. Jahrhundert wiederum spiegelt den barocken Baustil wider. Ebenso die Peter-und-Paul-Kirche: Die weißen Stuckverzierungen im Innern versetzen den Besucher in Erstaunen. Das Besondere: Auch zur Sowjetzeit wurden in der sehenswerten Kirche Gottesdienste abgehalten. 

Früher hatte Vilnius eine ausgeprägte jüdische Kultur, das Land bot den vor Verfolgung fliehenden Juden Unterschlupf. Das „Jerusalem des Nordens“ wurde Vilnius auch genannt. Mit dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Bevölkerungsstruktur deutlich verändert. Die Juden wurden unter den Nazis ermordet, etwa 80.000 Juden lebten zu der Zeit in Vilnius, danach wurden Russen und Litauer angesiedelt. Somit ging das einst blühende jüdische Leben in Vilnius verloren, das ehemalige jüdische Viertel zerfiel, Häuser wurden abgerissen. Im Wald von Paneriai steht ein Denkmal, das den hier während des Zweiten Weltkrieges ermordeten Juden gewidmet ist. 

Eine bedeutende Sehenswürdigkeit ist der Gediminas-Turm. Das Bauwerk war Teil der Oberen Burg, die im 14. Jahrhundert am Zusammenfluss von Vilna und Neris errichtet wurde. In seinem Innern veranschaulicht ein Museum die Geschichte der Stadt und ihrer Burg. Von dem Turm aus hat man einen herrlichen Blick auf Vilnius.

Wer Souvenirs einkaufen oder sich in einem der Restaurants und Cafés entspannen möchte, der sollte die Pilies gatve aufsuchen, sie ist eine der Hauptstraßen in der Altstadt. Von ihr zweigen zahlreiche kleine Gässchen ab. Ein schönes Ambiente zum Schlendern und Stöbern.

Vilnius ist übrigens eine der ältesten Universitätsstädte Europas. Die Universität ist sogar die älteste im gesamten Baltikum, schon 1579 wurde sie gegründet. Der Gebäudekomplex präsentiert sich in vielerlei Architekturstilen und ist durchaus sehenswert.

In Vilnius wird gerne gefeiert: Gerade in den Sommermonaten finden hier verschiedene Festivitäten wie etwa die Vilniusser Festspiele mit Klassik und Weltmusik, Jazzfestivals, Tanz- und Folklore-Veranstaltungen statt. Die Stadt ist damit auch ein kultureller Nabel Litauens. 2009 war Vilnius gemeinsam mit dem österreichischen Linz Europäische Kulturhauptstadt.

 

Trakai

Einen Katzensprung von Vilnius entfernt liegt Trakai, die „Stadt auf dem Wasser“. Im Mittelalter war sie vorübergehend Hauptstadt, bis sie diesen Rang an Vilnius verlor.Hauptanziehungspunkt ist die auf einer Insel erbaute Burg. Sie ist über einen langen Holzsteg zu erreichen, die drei Seen Galvesee, Lukasee und Totoriskessee trennen sie vom Land. Das wehrhafte Bauwerk entstand im 14. Jahrhundert, wurde im 17. Jahrhundert jedoch wieder zerstört. Seit den 1950er-Jahren wird an ihrer Rekonstruktion gearbeitet. Auf der Burg ist das Historische Museum untergebracht, das die Geschichte Litauens, der Burg sowie ihrer Instandsetzung aufarbeitet.

Bekannt ist Trakai auch für die Karäer, ein Turkvolk mit Ursprung in der Türkei. Angehörige des Volkes wurden im 14. Jahrhundert nach Litauen gebracht. Einige ihre Nachfahren leben heute noch in Litauen, vor allem in Trakai. Die Karäer bilden eine eigenständige jüdische Glaubensgemeinschaft und haben sich vom Judentum abgespalten. In Trakai gibt es ein interessantes Museum über ihr Leben und ihre Bräuche.

Kaunas

Die zweitgrößte Stadt des Landes kann getrost als kulturelles Zentrum bezeichnet werden. Kaunas wartet mit Museen und Galerien auf, mit Kulturveranstaltungen und architektonischen Denkmälern. Zwischen den Weltkriegen war sie Hauptstadt des Landes.

Die Burg von Kaunas ist oft erster Anlaufpunkt bei einer Stadtbesichtigung. Sie befindet sich am Zusammenfluss von Neris und Nemunas (Memel) und wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Von dem trutzigen Bau haben nur seine dicken Mauern und ein Wehrturm bis heute standgehalten. Sie ist trotzdem einen Besuch wert.

Berühmt ist auch das Rathaus der Stadt. Das Gebäude, das aufgrund seines Erscheinungsbildes gerne als „Weißer Schwan“ bezeichnet wird, dient heute nur noch als Standesamt. Der Ursprungsbau, der im Laufe der Geschichte mehreren Bränden zum Opfer fiel, stammt von 1542. Der Rathausplatz ist vor allem im Sommer ein herrlicher Ort zum Ausspannen: Cafés und Restaurants haben ihre Stühle und Tische in die Sonne gestellt, Andenkenverkäufer offerieren Souvenirs.

Ganz in der Nähe befindet sich das Perkunas-Haus. Der prächtige Backsteinbau im typischen Hanse-Stil beherbergt heute eine Kunstschule. Die Peter-und-Paul-Kathedrale aus dem frühen 15. Jahrhundert überrascht mit ihrem barock gestalteten Inneren. Berühmt ist Kaunas auch für die Laisves aleja, die Allee der Freiheit. Sie wurde im 19. Jahrhundert vom russischen Zaren angelegt und im Zuge der Geschichte mehrfach umbenannt. Hier findet man Cafés, Restaurants und Geschäfte, ein schöner Ort zum Flanieren. Übrigens rauchfrei: Auf der Allee herrscht Rauchverbot.

Kaunas geizt nicht mit Museen und Galerien – für Kunst- und Kulturinteressierte also ein interessantes Pflaster. Das Mikalojus-Konstantinas-Ciurlionis Nationalmuseum wurde nach dem vermutlich berühmtesten litauischen Künstler benannt: Ciurlionis (1875-1911) war Maler und Komponist. Das Museum zeigt viele Exponate von ihm, widmet sich aber auch der litauischen Kunst im Allgemeinen. Das Maironis-Museum ist das landesweit wichtigste Literaturmuseum und präsentiert Zeugnisse der litauischen Literatur. Maironis war ein Nationaldichter und lebte im 19. Jahrhundert, das Museum wurde in seinem Wohnhaus eingerichtet. Zur Litauischen Künstlervereinigung gehört die Galerie Meno parks, am Rathausplatz gelegen. Sie widmet sich der zeitgenössischen Kunst und wurde 1995 gegründet. Ein kleiner schauriger Ausgleich dazu: Das Teufelsmuseum von Kaunas zeigt mehr als 3.000 Teufelsmasken. 

Klaipeda

„Ännchen von Tharau ist’s, die mir gefällt, sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld“ – so lauten die ersten Zeilen des berühmten Volksliedes aus der Feder von Simon Dach. Am nach ihm benannten Brunnen im Zentrum von Klaipeda kann man die Skulptur des anmutigen Ännchens bewundern – ein Wahrzeichen Klaipedas. Ein schöner Ausgangspunkt für einen Stadtrundgang, um das ehemalige Memel zu Fuß zu entdecken. Man braucht aber gar nicht weit zu gehen: Gleich hier befindet sich auch das Theater von Klaipeda. Das heutige Gebäude wurde 1857 erbaut, aber schon früher wurden auf dem Platz Theaterstücke aufgeführt. Wer ein Souvenir sucht, wird hier bestimmt fündig: An Marktständen rund um den Theaterplatz kann man Schmuck und Bernsteinarbeiten erwerben.

Ganz in der Nähe des Theaterplatzes liegt das Historische Museum von Kleinlitauen. Hier erfährt man viel über die interessante Geschichte der Region. Überhaupt hat die Stadt viele Museen zu bieten. So gibt es unter anderem noch das Uhrenmuseum, das Meeresmuseum in Smiltyne (ein Stadtteil Klaipedas, der auf der Kurischen Nehrung liegt), das Burgmuseum oder das Schmiedemuseum zu entdecken.

Bei einem Stadtrundgang wird man vielerorts von ungewöhnlichen Skulpturen überrascht: Der Geldkrug, der Schornsteinfeger, der Altstadtwächter in Form eines Hundes, oder der Drache an der Wand der Galerie Peda lohnen eine kleine Entdeckungsreise auf den Spuren dieser Plastiken.

Die Markthallen sind ebenfalls einen Besuch wert. Wurstwaren, Gemüse, Brot, Käse und Blumen können hier erworben werden. Der Besuch von Markthallen gehört für viele Touristen zum Pflichtprogramm, kann man hier doch gut das alltägliche Leben einer Stadt beobachten.

Und nicht zuletzt gehört natürlich die Ruine der Memelburg auf die Liste der Sehenswürdigkeiten. Wer jetzt eine Pause braucht, kann in einem der vielen Cafés oder Restaurants einkehren. Die Stadt ist gut auf Gäste eingerichtet. Und in Klaipeda kann auch gefeiert werden: Am letzten Juli-Wochenende etwa wird das Meeres-Fest gefeiert. Und jedes Jahr Anfang Juni finden die internationalen Burg-Jazz-Festspiele statt. Vielleicht eine Idee für einen Besuch?

Klaipeda verfügt über den einzigen Hafen Litauens. Somit ist und war die Stadt stets ein wichtiges Handelszentrum. Heute ist sie zudem Eingangstor für viele Touristen, die per Fähre von Kiel bzw. Dänemark und Schweden nach Litauen reisen. Und Klaipeda ist ein hervorragender Ausgangspunkt für Entdeckungen im Memelland oder auf der Kurischen Nehrung.

Unter den Sowjets war Klaipeda eine sogenannte „geschlossene Stadt“ – ein militärisches Sperrgebiet. Heute ist sie aufgeblüht, herausgeputzt und erwartet ihre Besucher mit einem freundlichen Erscheinungsbild.

Siauliai

Die Stadt Siauliai (ehemals Schaulen) im Norden Litauens ist eigentlich keine besondere Touristenattraktion, auch wenn sie mittlerweile hübsch restauriert daherkommt. Die Peter-und-Paul-Kathedrale im Renaissancestil, ein Fahrradmuseum, die Frenkel-Villa, Cafés, Restaurants und eine Fußgängerzone locken Besucher in die Stadt.

Historisch bedeutsam: Bei der Schlacht um Schaulen 1236 verzweifelten die Ordensritter an dem zähen Widerstand der Einwohner.

Der Berg der Kreuze in der Nähe Siauliais ist die eigentliche Attraktion der Umgebung. Seit der Unterdrückung des litauischen Aufstandes 1831 wurden auf einem Hügel unzählige Kreuze aufgestellt: Kleine, große, verzierte, schmucklose – wohin das Auge schaut, sind Kreuze zu sehen. Unter der Sowjetherrschaft wurde die Sammlung mehrfach zerstört, dies konnte dem Bestand und der geheimnisvollen Atmosphäre aber keinen Abbruch tun. Es handelt sich um einen beliebten Pilgerort und einen bedeutenden Ort für die litauischen Katholiken.

Palanga

Weißer Sandstrand, eine verträumte Dünenlandschaft, luftige Kiefernwälder und die hübschen Holzvillen machen Palanga zu einem beliebten Touristenziel. Es ist der größte Kurort Litauens, bereits seit dem 19. Jahrhundert stehen die Vorzeichen hier auf Erholung. Heilanstalten lockten Anfangs vor allem den russischen Adel an die Küste, heute kommen Kurgäste und Urlauber aus Litauen und dem Ausland. Gleichzeitig ist Palanga in den Sommermonaten aber auch ein lebhafter Ort. Cafés, Bars, Restaurants und Diskotheken bieten in den Abendstunden Zerstreuung. Wer Strandleben sucht, wird in Palanga fündig.

Das Bernsteinmuseum, untergebracht im Schloss der Familie von Tiskeviciai, zeigt  viele tausend Exponate: Der Schmuck oder Steine mit interessanten Inklusionen sind äußerst sehenswert. Das Schloss selbst wurde von dem deutschen Architekten Franz Schwechten geplant und 1897 erbaut. Ein Spaziergang durch den Botanischen Garten ist ein schöner Ausklang eines Strandtages.

Neringa

Unter dem Namen Neringa wurden 1961 die Orte der Kurischen Nehrung zu einer Stadt zusammengefasst. Der Name geht auf die Legende um das schöne Mädchen Neringa zurück, das die Nehrung erschuf. So ist Neringa gleichzeitig der Name der Landzunge. Zu der Gemeinde Neringa zählen die Orte Juodkrante, Pervalka & Preila sowie Nida.

Juodkrante

Juodkrante (Schwarzort) ist der älteste Ort auf der Nehrung. Die umliegende Bewaldung hat ihn glücklicherweise davor geschützt, der Dünenwanderung zum Opfer zu fallen. Die neue Promenade lädt zum Flanieren am Haff ein. Bunte Fischerhäuser und schmucke Holzvillen – der Ort vermittelt ein hübsches Bild eines Fischerdorfes. In einem Park am Haff warten Skulpturen litauischer Künstler auf Bewunderer.

Der Hexenberg (Raganu kalnas) von Juodkrante ist unbedingt einen Besuch wert. Hier wird der Spaziergänger auf einem Rundweg in die litauische Märchenwelt entführt: 82 hölzerne Figuren entlang des Pfades verkörpern Sagen- und Märchengestalten und machen den Spaziergang zu einem zauberhaften Erlebnis. Eine kurze Bernstein-Blütezeit hatte das Dorf im 19. Jahrhundert, als große Vorkommen entdeckt wurden. Diese waren allerdings nach nur wenigen Jahrzehnten erschöpft.

Pervalka & Preila

Pervalka (Perwelk) ist der kleinste Ort der Nehrung. Gerade einmal 40 „ständige Einwohner“ leben hier. Er entstand erst im 19. Jahrhundert, als Bewohner anderer Nehrungsdörfer vor den Wanderdünen flüchten mussten. Sie siedelten sich in Pervalka an. Auch Preila (Preil) entstand durch eine Umsiedlung. 1850 ließen sich hier die Bewohner von Nagliai (Neegeln) und Karvaiciai (Karwaiten) nieder, deren Dörfer vom Sand verschüttet worden waren. Zwischen den Dörfern befindet sich die Düne Skirpsto kopa, die einst das Dorf Karvaiciai verschüttete.

Nationalpark Kurische Nehrung

Die Kurische Nehrung ist neben den Städten Kaunas und Vilnius vermutlich die Hauptattraktion Litauens – kulturell und landschaftlich ein äußerst reizvolles Fleckchen Erde! Seit 2000 gehört sie zum UNESCO-Welterbe.

Die Landzunge ist etwa 100 Kilometer lang, ihr nördlicher Teil gehört zu Litauen, der südliche zu Russland (Exklave Kaliningrad). Die Nehrung trennt das Haff von der Ostsee. An der breitesten Stelle misst sie nicht einmal vier Kilometer, an der schmalsten sogar nur 400 Meter.

Die Kurische Nehrung umfasst insgesamt zwei Nationalparks: Der Nationalpark Kursiu Nerija befindet sich auf litauischem Staatsgebiet, der Nationalpark Kurschskaja Kossa auf russischem Territorium.

Der litauische Nationalpark Kursiu Nerija besteht seit der Unabhängigkeit Litauens im Jahr 1991. In Nida gibt es ein Besucherzentrum, in dem sich Urlauber über den Nationalpark informieren können, im Sommer steht ein weiteres in Smiltyne zur Verfügung. Außerdem gibt es in Klaipeda, Nida und Juodkrante allgemeine Touristeninformationszentren.

Etwa 900 Pflanzenarten gedeihen auf der Nehrung, allein 31 von ihnen stehen auf der Roten Liste Litauens. Nadelbäume sind die typischen Baumarten, vor allem Kiefern wachsen hier. Aber auch Fichten, Tannen, Wacholder und Lärchen haben hier ihr Vorkommen. Laubbäume wie Eichen oder Eschen sind hingegen relativ selten und besiedeln nur etwa 20 Prozent der Fläche. Etwa ein Viertel des Parks wird von Sandflächen (Strand und Dünen) eingenommen.

Abholzungsmaßnahmen im 15. bis 17. Jahrhundert führten dazu, dass sich die Sandmassen in Bewegung setzten, ganze Ortschaften wurden so unter Sand begraben und mussten umgesiedelt werden. Erneute Bepflanzungen konnten das Problem glücklicherweise eindämmen.

Eine geografische Besonderheit der Nehrung ist die zweitgrößte Düne Europas, die Düne von Parnidden. An ihrer beachtlichen Größe verliert sie leider zusehends, weht doch der Wind den Sand ins Haff. Etwa 15 Meter Höhe hat sie in den vergangenen 20 Jahren eingebüßt.

Interessant für ornithologisch interessierte Besucher: Nahe Juodkrante befindet sich die größte Brutstätte von Kormoranen und Grauen Reihern in Litauen.

Auf einem asphaltierten und teils gerade neu überarbeiteten Radweg können Aktive die Nehrung auch per Fahrrad entdecken. Der 52 Kilometer lange Weg verbindet Nida mit Preila, Pervalka, Juodkrante und Smiltyne. Es gibt kaum Steigungen, sodass die Route auch mit Kindern und von Menschen mit wenig Kondition zu bewältigen ist. Aber: Im Sommer sollte man die Sonne auf den nicht beschatteten Etappen nicht unterschätzen – unbedingt an Sonnenschutz denken.

Die Nehrung ist von Klaipeda aus mit der Fähre zu erreichen. Es gibt eine kleine Fähre für Fußgänger und Radfahrer (Ableger nahe der Innenstadt von Klaipeda (Šiaurinis ragas, Danės g. 1) und eine große, die Autos und Wohnmobile transportiert (Ableger wenige Kilometer südlich der Innenstadt von Klaipeda (Nemuno g. 8). Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage der Fähre.* Man erreicht dann auf der anderen Seite Smiltyne, den nördlichsten Ort der Nehrung. Das gelöste Ticket für die Fährüberfahrt auf die Nehrung gilt übrigens für den Hin- und den Rückweg.

Wer den Nationalpark betreten möchte, muss bei Alksnyne eine Abgabe zahlen. Auch mit dem Auto oder Wohnmobil darf man die Nehrung befahren, die Eintrittsgebühren dafür sind je nach Saison relativ hoch. So zahlt man mit einem Pkw zwischen 5 und 20 Euro – je nach Reisezeitraum. Radfahrer sind von der Gebühr befreit (der offizielle Radweg auf der Nehrung führt auch nicht am Kontrollpunkt vorbei).

Nähere Informationen zu den aktuellen Gebühren finden Sie unter http://neringa.eparkingas.lt/tickets/pricelist.html*

Wichtig für Camper: Es ist verboten, im Nationalpark wild zu campen, weder mit dem Zelt noch mit dem Wohnmobil. Dafür steht der einzige Campingplatz der Nehrung (bei Nida) zur Verfügung.

 

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Nationalpark Aukstaitija

Ein Besuch im Aukstaitija Nationalpark ganz im Osten Litauens ist ein sehr ursprüngliches Naturerlebnis. Wildnis pur, Komfort sucht man vergeblich. Aber genau das macht den Charme des bereits 1974 zum Nationalpark erklärten Gebietes aus. Naturliebhaber auf der Suche nach Wildnis, Camper und Aktive kommen hier nicht zu kurz.

Ein Großteil des der Fläche ist bewaldet. Einzigartig ist der nahezu unberührte Urwald Azvinkia. Bis zu 200 Jahre alte Kiefern und alte Eichen kommen hier vor. Die sanfte Hügellandschaft ist ein Überbleibsel der eiszeitlichen Landschaftsformung. Seen, Wälder, Moore, Heideflächen und Wiesen prägen die wirklich sehenswerte Umgebung. 200 Vogelarten begeistern ornithologisch interessierte Besucher, zudem leben hier 60 verschiedene Säugetierarten. Wölfe, Luchse und Elche streichen durch die Wälder.

Auch ethnografisch hat der Park einiges zu bieten: Steinzeitliche Siedlungen, Hügelgräber und die alten Dörfer Salos, Vaisnoriskiai, Strazdai oder Suminai. Außerdem gibt es hier ein Imkerei-Museum und alte Wassermühlen mit teils originaler Innenausstattung. In Reskutenai finden Interessierte ein Heimatmuseum mit mehr als 2.000 Exponaten.

In Paluse befindet sich das Informationszentrum des Nationalparks. Der Ort ist ein guter Ausgangspunkt für Erkundungen im Reservat. Hier können außerdem Boote geliehen werden. Denn auch Aktive kommen im Aukstaitija Nationalpark nicht zu kurz. Die 126 Seen machen das Reservat zu einem Mekka für Wassersportler. Ihr dichtes Netz und ihre Zu- und Abflüsse stellen zusammengenommen etwa 70 Kilometer Wasserwege dar. Das Angebot wird ergänzt durch Wanderwege und Naturlehrpfade für Wanderer. Ein Radweg zwischen Paluse und Tauragnai ist in Planung.

Nationalpark Dzukija

Der Nationalpark Dzukija liegt ganz im Süden des Landes an der Grenze zu Weißrussland und ist der flächenmäßig größte Nationalpark Litauens. 1991 wurde er gegründet.

Nadelwälder sind dominant im Nationalpark Dzukija, etwa 90 Prozent der Fläche sind bewaldet. Flüsse, Bäche, Seen und Moore sind prägend. Das Sumpfgebiet Cepkeliai in dem Park ist das größte zusammenhängende Moor Litauens. Die Fauna ist einzigartig: Kraniche, Adler, Elche, Wölfe und Schlangen kommen hier vor. Auf Holzplankenwegen kann man, mit einem Führer, das Reservat erkunden und die unvergleichliche Stille der fast mystischen Moorlandschaft auf sich wirken lassen.

Wer auf der Suche nach einem Snack ist, kann in den Wäldern auf Beeren hoffen, im Herbst auf Pilze, die auch oft in den kleinen Ortschaften zum Kauf angeboten werden. Viele Einheimische züchten in dieser Gegend Bienen und verkaufen würzigen Honig.

Das Informationszentrum des Dzukija Nationalparks befindet sich im Dorf Marcinkonys. Hier kann man auch Führungen oder Kanufahrten buchen.

Die Gegend ist übrigens auch kulturhistorisch interessant. Hier siedelten schon vor 10.000 Jahren Menschen. In Merkyne, am Zusammenfluss von Nemunas und Merkis, gibt es ein Heimatmuseum. In dem Ort befindet sich außerdem, untergebracht in einer alten KGB-Zentrale, das Museum der Freiheitskämpfe.

Nationalpark Zemaitija

Der Zemaitija Nationalpark liegt im Westen Litauens in der Nähe von Klaipeda. Die Infrastruktur des Parks ist gut, er ist gut per Auto zu erreichen und es gibt zahlreiche Campingplätzen, Jugendherbergen oder Unterkünfte auf Bauernhöfen. Zwei Informationszentren – eines in Plateliai und eines in Zemaiciu Kalvarija – helfen dem Besucher weiter. In ersterem können auch Führungen gebucht werden.

Auch hier, wie in den anderen Nationalparks Litauens, gibt es zahlreiche Seen und Flussläufe – toll für Wassersportler. Auf verschiedenen Wanderwegen und Naturlehrpfaden kann man die Natur auskundschaften. In Plateliai gibt es einen Lehrpfad für Kinder, der sie mit den Pflanzen und grundsätzlichen Regeln im Wald vertraut macht.

Ein Highlight für Taucher: Im See Plateliai können Unterwasserfreunde die mittelalterliche Burgbrücke von unten erkunden. Auch gibt es einen ansässigen Tauch-Verein. Interessant ist auch ein Besuch der alten Atomraketen-Basis, die 1962 im Wald von Paplatele gebaut wurde.


Reiseinfos

Wie komme ich nach Litauen? Wann ist die beste Reisezeit? Und wie sieht die Gesundheitsvorsorge in dem baltischen Staat aus? Diese und andere Fragen stellen sich Urlauber, die eine Reise nach Litauen unternehmen möchten. Die notwendigen Informationen über Ein- und Anreise, Reiseplanung, Unterkunftssuche und Co. sind daher an dieser Stelle zusammengefasst.

Wer keine Kompromisse eingehen möchte, der kann seinen Urlaub über einen auf das Land spezialisierten Reiseveranstalter wie etwa den Baltikum-Spezialisten Schnieder Reisen buchen – hier werden alle Fragen vorab geklärt und wertvolle Reisetipps vermittelt.

Anreise

Per Flug

Litauen hat drei internationale Flughäfen: In der Hauptstadt Vilnius, in Kaunas und in dem Küstenort Palanga. Vilnius hat den größten Flughafen des Landes, er wird von den Fluggesellschaften Air Baltic, LOT (über Warschau), Lufthansa und SAS (über Kopenhagen) angeflogen. Kaunas wird von Air Baltic bedient, Palanga von Air Baltic und SAS. Die Verbindungen mit Air Baltic gehen in der Regel über Riga. Die Fluggesellschaft fliegt von Deutschland ab Frankfurt, Hamburg, Berlin, Düsseldorf und München.

 

Mit der Fähre

In Klaipeda liegt der größte Fährhafen Litauens. Von hier gibt es Verbindungen mit DFDS nach Kiel, außerdem nach Schweden. Die Fährüberfahrt von Kiel nach Klaipeda wird mehrfach pro Woche angeboten und dauert etwa 21 Stunden.

Ein Transport von Fahrrädern und Autos oder Wohnmobilen ist auf den Fähren kein Problem. Neben Ruhesesseln sind verschiedene Kabinenkategorien für zwei bis vier Personen buchbar, außerdem Einzelbetten in geschlechtlich getrennten Sammelkabinen.

 

Über Land

Natürlich kann man auch mit dem Auto über Land nach Litauen reisen. Unterwegs durchquert man Polen sowie unter Umständen die Exklave Kaliningrad (Achtung: Das Kaliningrader Gebiet gehört zu Russland, damit nicht zur EU und nicht zum Schengen-Raum, es besteht Visums-Pflicht!). Die „Via Baltica“ (E 67) führt von Prag über Breslau nach Kaunas und ist streckenweise sehr gut ausgebaut. Richtung Norden führt sie weiter nach Riga und Tallinn.

Für die Anreise sollte man seinen Reisepass oder Personalausweis (Reisepass mit Visum bei Anreise über Kaliningrad), den Fahrzeugschein und seinen Führerschein mit sich führen. Die Grüne Versicherungskarte wird dringend empfohlen, ebenso eine Vollmacht, wenn man nicht selbst der Halter des Fahrzeugs ist.


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Reisezeit

Von Juni bis August ist im ganzen Baltikum Hauptreisezeit, die Sommer sind warm und mild und die Tage scheinen nie zu enden. So weit nördlich geht die Sonne kaum unter, die Nächte bleiben dämmerig.

Während der Sommermonate bietet sich Litauen vor allem für einen Urlaub in der Natur an: Als naturbegeisterter Radurlauber, Wanderer oder Camper gibt es dann viel zu entdecken. Aber der Sommer ist auch die Zeit der Mücken. Gerade für Urlaub in der Natur, vor allem in den Feuchtgebieten, gehört unbedingt ein gutes Mückenschutzmittel ins Reisegepäck. Auch die Sonne kann vom Himmel brennen, Sonnenschutz ist jetzt besonders wichtig. Zwischen Juni und August liegen übrigens auch die litauischen Sommerferien.

Wer von günstigen Flug- und Fährpreisen bzw. Hotelangeboten profitieren möchten, sollte im Frühling und Herbst reisen. Die Übergangsjahreszeiten sind deutlich kühler als bei uns, dem Naturerlebnis tut dies aber kaum Abbruch. Allerdings kann das Wetter dann sehr wechselhaft sein, Regenschirm, warme Jacke und Regenjacke gehören ins Gepäck.

Und selbst im Winter lohnt Litauen eine Reise. Man kann als Städteurlauber Vilnius oder Kaunas erkunden oder einen erholsamen Wellnessurlaub im Baltikum verbringen. Auch die Kurische Nehrung ist im Winter ein Genuss: Es sind kaum Touristen anwesend, das zugefrorene Haff bietet einen scheinbar endlosen Ausblick und die Stimmung ist ruhig und erholsam. Wer gerne aktiv ist: Wie wäre es mit Eissegeln auf einem der vielen Gewässer oder auf dem zugefrorenen Haff oder mit dem Besuch des traditionell-winterlichen Trabrennens von Sartai?

Unterkünfte

In Litauen gibt es alle Arten von Unterkünften: Campingplätze, einfache Pensionen und Gästehäuser, Ferienhäuser und -wohnungen, aber auch gute Hotels und Häuser der gehobenen Kategorie. Dabei ist die Auswahl an höherklassigen Unterkünften in den Städten größer, auf dem Land ist der Standard in der Regel etwas einfacher.

In den Kurorten Litauens gibt es einige gute Spa- oder Wellnesshotels. So etwa in Druskininkai, dem Kurort, der für seine mineralischen Quellen berühmt ist, oder in Palanga, dem beliebten Küstenkurort.

Gerade in ländlichen Gebieten sind vielleicht Ferienhäuser oder -wohnungen eine gute Wahl, man ist unabhängig, kann sich zur Not selbst versorgen. Für Familien ist dies zudem eine günstige und flexible Variante. 

Wer mit dem Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil reist, hat eine ausreichende Auswahl an Campingplätzen. Die meisten befinden sich im Süden und Südosten, Zentral-Litauen ist etwas weniger gut bestückt. Nächtigen auf einem Campingplatz ist eine preiswerte Alternative, dabei benötigt man noch nicht einmal unbedingt eine komplette Campingausrüstung: Häufig werden kleine Häuser oder Blockhütten vermietet. Dies ist vor allem schön für Auto- oder Fahrradurlauber, die nicht viel Gepäck mitnehmen möchten, aber auch die günstige Übernachtungs-Variante bevorzugen.

Gesundheit

Die Gesundheitsversorgung ist in Litauen gut, fast jede Stadt verfügt über ein Krankenhaus. Apotheken sind in Städten und Orten ausreichend vorhanden. Dennoch sollten sich Reisende, die auf Medikamente angewiesen sind, vorab mit dem Nötigsten eindecken. Dies gilt ebenso für Urlauber, die naturnah und in abgelegene Gebiete reisen. Außerdem gehören auch ein guter Mücken- und Zeckenschutz sowie ein guter Sonnenschutz in die Reiseapotheke. Urlauber sollten über eine Impfung gegen die durch Zecken übertragbare Krankheit FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) nachdenken und sich dazu vom Hausarzt beraten lassen.

Wer nach Litauen reist, sollte sicherstellen, dass er bereits die Europäische Versicherungskarte besitzt. Es empfiehlt sich aber zusätzlich der Abschluss einer meist sehr kostengünstigen privaten Auslandsreisekrankenversicherung z.B. bei der ERGO-Versicherung.

Einkaufen/Souvenirs

Bernstein, das „Baltische Gold“ oder auch „Litauische Gold“, ist untrennbar mit dem Land verbunden. Man kann ihn in jeder erdenklichen Form kaufen: Die „puren“ Steine (besonders schön mit so genannten Inklusionen, Einschlüssen von Insekten oder pflanzlichen Überresten), als Schmuck oder verarbeitet zu Bildern oder anderen Dekorationsartikeln. Erwerben kann man den Schmuck an zahlreichen Marktständen im ganzen Land, aber auch in spezialisierten Bernsteingeschäften.

Auch Leinen ist ein traditionelles Handwerksprodukt aus Litauen. Verarbeitet zu Kleidungsstücken, Handtüchern, Tischdecken, Schürzen etc. ist es ebenfalls ein beliebtes Mitbringsel.

Im Frühling lockt der dreitägige Kasimir-Markt, der vielerorts im ganzen Land abgehalten wird, Besucher und Einheimische an. Es werden traditionelle Handwerkstechniken vorgestellt und die verschiedensten Waren verkauft: Holzschnitzereien, Musikinstrumente, Schmuck, Töpferwaren, Körbe, Textilien, Stickereien und Tuchwaren.

Neben den traditionellen Handwerkswaren kann man in Litauen aber auch in puncto Designer-Kleidung fündig werden – vor allem in Vilnius. Die Preise für (einheimische) Designer-Kleidung liegen in der Regel unter dem westeuropäischen Niveau. Einmal im Jahr findet hier außerdem das Mode-Festival Mados infekcija statt, bei dem zahlreiche interessante Designer aus Litauen ihre neusten Kreationen vorstellen.

Straßenverkehr

Litauen ist ein tolles Land für eine Rundreise. Die Straßenverhältnisse sind gut. Auf einer Mietwagenrundreise kann man Natur- und Kulturerlebnis bestens verbinden. Folgende Regeln und Gesetze sollten dabei beachtet werden:

Es gibt in Litauen ein Tempolimit von 50 km/h in Ortschaften und 90 km/h auf Fernstraßen. Das Tempolimit auf Autobahnen variiert: Es gelten in der Regel 130 km/h in den Sommermonaten von April bis Ende Oktober und 110 km/h im Winter (für Ausnahmen auf Beschilderung achten!).

Auch bei Tagfahrten muss das Abblendlicht eingeschaltet sein. Von November bis März sind Winterreifen vorgeschrieben. Das Mitführen eines Feuerlöschers ist Pflicht. Die Promille-Grenze liegt bei 0,4.

Litauen ist ein Transitland. Es gibt einige Autobahnen, die relativ gut ausgebaut sind.

Barrierefreiheit

Vor allem die sehenswerten Altstädte Litauens – allen voran Vilnius und Kaunas – sind mit ihren Kopfsteinpflasterstraßen und teils hohen Bordsteinen nicht gerade ein einladendes Terrain für Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder Familien, die auf einen Kinderwagen angewiesen sind. Die Zugänglichkeit von Behörden, Museen oder anderen öffentlichen Einrichtungen wird allerdings stetig verbessert und bei Neu- und Umbauten wird das Thema berücksichtigt.

Die Internetseite des Fremdenverkehrsamtes von Litauen * verfügt über barrierefreie Darstellungen.

Wer in Litauen eine barrierefreie Unterkunft oder Reise buchen möchte, sollte sich an erfahrene Reiseveranstalter mit entsprechender Ortskenntnis wenden. Sie können die Situation vor Ort klären und eine passende Unterkunft vermitteln.


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Litauen für...

Wer gerne mit dem Rad Urlaub macht, findet in Litauen vor allem rund um das Kurische Haff und die Nehrung ein herrliches Terrain für ausgedehnte Radtouren. Kultur- und Geschichtsinteressierte zieht es vermutlich in die Kulturmetropolen Kaunas und Vilnius oder auf Spurensuche deutscher Künstler in die ehemalige Künstlerkolonie Nidden (heute Nida) auf der Kurischen Nehrung. Aktive und Naturfreunde wiederum können sich in den Nationalparks Litauens austoben – Kanutouren, Wanderungen und interessante Tierbeobachtungen versprechen hier Naturerlebnis pur.

Kultur- und Geschichtsinteressierte

Viele geschichtsträchtige Orte lassen Besucher auf den Spuren der Vergangenheit wandeln. Dazu zählen einerseits jene, deren Familiengeschichte mit Litauen bzw. dem nördlichen Ostpreußen verknüpft ist. Die alten deutschen Namen vieler Orte spielen auch heute noch eine große Rolle gerade für ältere Reisende, viele sprechen noch heute von Memel, Nidden oder Schwarzort.

Viele sind aber auch an der wechselvollen Vergangenheit des Landes im Allgemeinen interessiert: Die Zeit des Deutschen Ordens, die in der Schlacht bei Schaulen (heute Siauliai) einen ersten Tiefpunkt für die Kreuzritter bedeutete und in der Schlacht bei Tannenberg (1410) gipfelte, ist für viele hochinteressant. Der Deutsche Orden wurde letztlich von der polnisch-litauischen Koalition (dem Königreich Polen und dem Großfürstentum Litauen) geschlagen. Und auch die Zeit des Zweiten Weltkriegs, der sowjetischen Besatzung und der Unabhängigkeit von Sowjetrussland 1991 hat in Litauen und in der Bevölkerung deutliche Spuren hinterlassen. Es lohnt sich wirklich, sich der Geschichte des Landes zu widmen.

Die bewegte Vergangenheit Litauens zeigt sich in Architektur, Kultur und Brauchtum. Architekturdenkmäler, prachtvollen Schlösser, Herrenhäuser und mächtigen Burgen kann man besichtigen. Vilnius und Kaunas sind für jeden auch nur vage Kulturinteressierten unbedingt einen Besuch wert. Die Stadtgeschichte und die Architektur, die vor allem Elemente des Klassizismus, Barock und der Renaissance verkörpert, bildet eine hübsche Kulisse für einen interessanten Städteurlaub. Außerdem gibt es zahlreiche Museen. In Kaunas etwa befindet sich das Mikalojus-Konstantinas-Ciurlionis Nationalmuseum, das nach dem wohl berühmtesten litauischen Künstler Ciurlionis (1875 – 1911) benannt wurde. Das Museum zeigt viele Exponate von ihm, widmet sich aber auch der litauischen Kunst im Allgemeinen. Wer einen Eindruck von der Sowjetzeit gewinnen möchte, kann sich im Grutas Park in der Nähe von Druskininkai eine Ausstellung von alten Sowjetdenkmälern anschauen. Ein dazugehöriges Museum arbeitet die sowjetische Herrschaft auf.

Kunstinteressierte werden in den Galerien und Kunstausstellungen Litauens sicher fündig. Das Litauische Kunstmuseum in Vilnius zählt zu den modernsten Kunstzentren Litauens. Mehr als 40.000 Zeichnungen und Gemälde sind hier zu sehen. Nahe dem 1989 errechneten Mittelpunkt Europas – im Europa Park – werden unter freiem Himmel zahlreiche Skulpturen internationaler Künstler ausgestellt.

Veranstaltungen und Feierlichkeiten spielen in Litauen eine wichtige Rolle, vor allem in den Sommermonaten. Festivals für Klassik oder Jazz, Rock und Pop, Blues und Independent-Musik gibt es ebenso wie traditionell angehauchte Folklore-Festivals, sodass Musikinteressierte keinesfalls zu kurz kommen. Und natürlich steht das Sängerfest, das alle vier Jahre in Vilnius begangen wird, ganz oben auf der Liste der Feierlichkeiten. Es zählt zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe.


 

 

 

Naturfreunde

Für naturinteressierte Besucher ist Litauen ein toller Ort für einen erlebnisreichen Urlaub, sie finden eine reizvolle Kulisse vor. Die Landschaft ist häufig noch unberührt und intakt und damit ein herrliches Terrain für Wanderungen, Radurlaube, oder um sich einfach zu entspannen und durchzuatmen.

Die herrliche Küste, abwechslungsreiche Landschaften mit tiefen Wäldern, unzähligen Seen, Moor- und Weidelandschaften und die sanften Hügelformationen als Relikte der letzten Eiszeit sind Lebensraum zahlreicher – teils bedrohter – Tierarten. Mit etwas Glück kann man Wölfe, Elche, Luchse oder sogar Bären beobachten. Auch Sumpfschildkröten, Biber, Otter und Ringelnattern zeigen sich hier und da.

Interessant ist vor allem die Vogelwelt Litauens: Diese ist unter anderem mit Kranichen, Störchen, Seeadlern und Reihern vertreten. Die Kurische Nehrung und das Nemunasdelta (Memeldelta) sind wichtige Gebiete des Vogelzugs und dienen außerdem als Brutstätten. Im Memeldelta bei Vente befindet sich eine ornithologische Station. Von einer Beobachtungsplattform aus können Besucher die geflügelten Reisenden bei ihrem Zwischenstopp beobachten.

In insgesamt fünf Nationalparks kann der Urlauber die vielfältige Flora und Fauna Litauens entdecken. Der Nationalpark Kurische Nehrung ist sicher der bekannteste und am meisten besuchte, seit 2000 steht er auf der Liste als UNESCO-Welterbe. Der Aukstaitija Nationalpark hingegen bietet ein ganz ursprüngliches Naturerlebnis, der Urwald Azvinkia ist einzigartig und unberührt. Außerdem prägen Seen, Wälder, Moore, Heideflächen und Wiesen das Reservat. Die Seen mit ihren Zu- und Abflüssen bilden ein dichtes Netz an Wasserstraßen – toll für naturinteressierte Kanufahrer. Das Sumpfgebiet Cepkeliai im Dzukija Nationalpark ist das größte zusammenhängende Moor Litauens. Kraniche, Adler, Elche, Wölfe und Schlangen können hier gesichtet werden.

Litauen bietet Vielfalt, ursprüngliches Naturerlebnis und eine interessante Flora und Fauna – insgesamt ein herrliches Ziel für Naturinteressierte. Fernglas nicht vergessen!

Radurlauber

Das Terrain ist relativ flach, der Verkehr an den meisten Orten überschaubar, die Landschaft abwechslungsreich und sehenswert – Litauen bietet sich an für einen Radurlaub.

Ob man eine Radreise über große Distanz mit wechselnden Unterkünften wählt oder eine Sternfahrt mit immer festem Ausgangs- und Übernachtungsort, spielt eigentlich keine große Rolle. Schön ist bei beiden Varianten, dass man so oft an Orte gelangt, die man sonst kaum ansteuern würde. Man nähert sich dem Land auf Augenhöhe, hat Gelegenheit, mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen und kann beim Radeln die Natur ausgiebig genießen.

Es gibt verschiedene Fernradwege, die Litauen streifen: Der Ostseeküsten-Radweg (EV 10) verläuft in Litauen, von Russland kommend, durch Nida, Klaipeda, Palanga und weiter nach Lettland (Liepaja). Einen ähnlichen Verlauf hat die Eiserner-Vorhang-Route (EV 13). Die Osteuropa-Route (EV 11) führt von Estland kommend nach Vilnius und weiter nach Warschau.

Klaipeda ist ein guter Ausgangsort für einen Urlaub mit abwechslungsreichen (mehrtägigen) Fahrradausflügen. Von dort sind es zum Beispiel über den komplett asphaltierten und streckenweise gerade erneuerten Radweg über die Kurische Nehrung – durch wunderschöne Dünenlandschaften, luftige Kiefernwälder und hübsche Ortschaften – bis nach Nida etwa 50 Kilometer. Eine dreitägige Tour könnte von Klaipeda über Silute und Sveksna und zurück nach Klaipeda führen. Von Silute aus kann man einen Tagesausflug ins Nemusdelta unternehmen, hier tummeln sich unzählige Wasservögel, die Landschaft ist einzigartig. Auch die Route nach Palanga (etwa 30 Kilometer) bzw. weiter nach Sventoji an der lettischen Grenze ist sehr lohnend.

Grundsätzlich gilt: Fahrräder kann man sich an einigen Stellen in Litauen leihen. Gleiches gilt für Kindersitze (mancherorts sogar Fahrradanhänger für Kinder) und Sicherheitsausrüstung. Für kurze Tagesausflüge ist dies absolut ausreichend. Wer längere Distanzen zurücklegen möchte, will vielleicht auf sein eigenes Rad vertrauen. Gerade bei einer Fähranreise ist das eigene Rad problemlos und kostengünstig mitzuführen.

Tipp: Denken Sie an einen guten Regen- und Mückenschutz, gerade wenn Sie vorwiegend in der Natur unterwegs sind!

Wir organisieren Radurlaube in Litauen. Zum Beispiel gibt es eine Reise im Programm, bei der die Kurische Nehrung und das Memelland per Rad erkundet werden. Die Tour ist als Gruppenreise, aber auch als Individualtour buchbar. Die Tagesetappen sind nicht länger als 60 Kilometer.

Aktive

Ein Land mit einer so vielseitigen Naturlandschaft bietet natürlich eine schöne Szenerie für verschiedenste Aktivitäten an der frischen Luft.

Badegäste und Wassersportler kommen in Litauen garantiert nicht zu kurz. Das Land hat im baltischen Vergleich mit nur 100 Kilometern zwar eine recht kurze Küstenlinie, aber die hat es in sich. Das Seebad Palanga sowie die Kurische Nehrung sind die wohl beliebtesten Orte für Badeurlaub. Zu Recht. Vor allem die Kurische Nehrung offeriert mit ihrer beeindruckenden Dünenlandschaft eine herrliche Szenerie. Die schönen und flachen Sandstrände mit angenehmen Wassertemperaturen ziehen besonders Familien mit Kindern an.

Die vielen Flüsse und Seen Litauens bieten genug Raum für kajak- und kanubegeisterte Urlauber. Vor allem in den Nationalparks sind bei Kanu- oder Kajakausflügen gleichzeitig interessante Tierbeobachtungen möglich. Sowohl der Nationalpark Dzukija als auch der Zemaitija Nationalpark sind dafür beliebte Ziele.

Ski- oder Snowbordbegeisterte lockt die Skihalle „Snow Arena“ bei Druskininkai. Es gibt zwei überdachte und eine Freiluft-Skipiste, zudem die Skischule „DruSkiSchool“. Kleidung und Ausrüstung ist vor Ort ausleihbar und muss nicht von zu Hause mitgebracht werden.

Für Adrenalin-Junkies: Auch Drachenfliegen, Fallschirmspringen, Kartfahren oder Paintball-Spielen in stillgelegten Bunkern und Kasernen ist in Litauen möglich. Wer der Höhe nicht abgeneigt ist, kann sich Vilnius von oben anschauen – bei einer Heißluftballonfahrt.

Radbegeisterte Urlauber können sich auf den Fernradwegen oder den weniger befahrenen Straßen austoben und die Natur dabei in vollen Zügen genießen. Die Kurische Nehrung (litauische Seite) ist mit einem asphaltierten Radweg auf voller Länge erschlossen. Hier können auch Kinder ohne Gefahr mitradeln. 

Camper

Litauen ist mit seiner einzigartigen Landschaft ein hervorragendes Ziel für Camper, also für Menschen, die ihren Urlaub gerne in der freien Natur verbringen. Das Netz an Campingplätzen ist zwar noch ausbaufähig, im Großen und Ganzen kommt man aber gut unter und ihre Anzahl steigt stetig. Die meisten der Campingplätze befinden sich im Süden und Südosten, Zentral-Litauen ist etwas weniger gut bestückt.

Mit Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil kann man preiswert nächtigen, außerdem werden häufig kleine Häuser oder Blockhütten vermietet, sodass man nicht unbedingt eine komplette Campingausrüstung benötigt, um auf Campingplätzen zu wohnen. Dies ist vor allem schön für Auto- oder Fahrradurlauber, die nicht viel Gepäck mitnehmen möchten, aber auch die günstige Unterkunfts-Variante bevorzugen.

Für Besucher der Kurischen Nehrung: Hier gibt es nur einen einzigen Campingplatz, nämlich jenen in Nida. Da wildes Campen im Nationalpark nicht gestattet ist, sind Nehrungs-Urlauber gezwungen, sich hier einzumieten. Da er im Sommer gut frequentiert ist, sollte man nicht zu spät am Tage erscheinen – Reservierungen werden nicht angenommen. Der Platz bietet alle Annehmlichkeiten und liegt nur einen Steinwurf von der Großen Düne bei Nida entfernt.

Eine Übersicht über die Campingplätze in Litauen bietet die Internetseite www.camping.lt * (auch auf Deutsch verfügbar) vom litauischen Campingverband.

 

*Bitte beachten Sie, dass dieser Link zu einer externen Internetseite führt. Wir haben keinen Einfluss auf den Inhalt und die Gestaltung der Internetseite sowie auf die Verarbeitung oder Speicherung der erhobenen Daten.

Familien

Litauen ist ein kinder- und familienfreundliches Land. Eine Reise mit Kindern ist überhaupt kein Problem. Vor allem ist die schöne Natur ist ideal für einen gelungenen Familienurlaub. Die flachen Sandstrände sind auch für kleinere Kinder toll zum Baden und Planschen geeignet. Im Sommer wird das Wasser herrlich warm, der Sand ist fein und lädt zum Burgenbauen ein. Besonders die Kurische Nehrung ist ein beliebter Ferienort für Familien. Dort geht es vergleichsweise beschaulich zu, es gibt relativ wenig Verkehr, ruhig gelegene Radwege, schöne Städtchen mit Spielmöglichkeiten und natürlich den fantastischen Strand. In Ferienhäusern und -appartements kommt man auch als Familie relativ günstig unter.

Auf den Flüssen und Seen des Landes können aktive Familien mit etwas größeren Kindern lange Kanufahrten mit anschließendem Picknick unternehmen. Außerdem sind viele der Wanderwege kindertauglich.

Für Familien mit ski- oder snowbordbegeisterten Kindern: Ein Ausflug in die Skihalle „Snow Arena“ bei Druskininkai sorgt für Abwechslung und Bewegung. Es gibt zwei überdachte und eine Freiluft-Skipiste, zudem die Skischule „DruSkiSchool“ und den Kinder-Park „DruFunPark“. Kleidung und Ausrüstung müssen nicht von zu Hause mitgebracht werden, sie ist vor Ort ausleihbar.

Erholungssuchende

Litauen bietet eine unberührte Natur, an den Küsten frische Seeluft und zahlreiche schöne Urlaubs- und Kurorte – ein guter Rahmen für einen Urlaub zum Durchatmen. Wer ausspannen möchte, ist hier richtig. Stress und Hektik kommen in Litauen kaum auf. Stattdessen kann man auf Spaziergängen und Wanderungen die Natur in vollen Zügen genießen. Vom Wellness-Urlaub bis zum medizinischen Kuraufenthalt ist in den litauischen Kur- und Spa-Hotels fast alles zu buchen. Und dies zu einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Litauen hat vier Kurorte, Palanga und die Kurische Nehrung an der Küste, Birstonas und Druskininkai im Landesinnern. Während an der Küste die frische, salzhaltige Seeluft, ein Bad im Meer und die ruhige Atmosphäre zur Entspannung beitragen, ist Druskininkai seit jeher berühmt für seine Sanatorien. Die saubere Luft, das milde Klima, die mineralischen Quellen und Schlammbehandlungen verhelfen Gestressten und Kranken zur Erholung und Gesundung.

Die Litauer haben eine ausgeprägte Sauna-Kultur. Die typisch litauische Sauna ist eine Dampfsauna, bei der verschiedene Heilkräuter in Form von Aufgüssen zur Anwendung kommen. Traditionelle Saunaruten (klassischerweise aus Birke, aber auch aus anderen Bäumen, Sträuchern oder Kräutern) unterstützt den heilenden Prozess. Wer mag, kann sich danach in einem Eisloch abkühlen. In Ignalina, ganz im Osten Litauens, werden Sauna-Freunde auf der Suche nach einem Saunagang der alten litauischen Art fündig.

Einzigartig in Litauen ist die sogenannte Bernsteintherapie. Schon lange glaubt man, dass Bernstein eine heilende Wirkung hat. Bei der Bernstein-Aroma-Musiktherapie, die in einem speziellen Bernsteinraum stattfindet, kommen Atemübungen und Massagen zum Einsatz, der Patient liegt auf einer mit Bernsteinen gefüllten Matratze und hört die Klänge entspannender Musik.

Tipp: Ein Aufenthalt außerhalb der Hochsaison ist deutlich günstiger, auch im Herbst oder Winter ist ein Wellness-Urlaub ein erholsames Erlebnis.


Typisch Litauen

Die litauische Küche und die allgegenwärtigen Bernsteinprodukte geben einen Einblick in die kleinen Besonderheiten des Landes. Typische Gerichte, die von Region zu Region variieren, geben Einblick in die Kultur und sind zudem unbedingt eine Kostprobe wert. Bernstein, der zuhauf an den Küsten Litauens gefunden werden kann, ist nicht nur ein beliebtes Souvenir, sondern zudem ein Zeuge der Erdgeschichte. Auch das Volk der Kuren lohnt einen Exkurs: Sie prägten die Küste Litauens mit ihrer Lebensweise, die noch heute auf der Kurischen Nehrung zum Ausdruck kommt.

Kulinarik

Brot steht auf der litauischen Lebensmittelliste ganz oben. Es wird meistens aus Sauerteig hergestellt und ist oft als Roggen- oder Schwarzbrot zu bekommen. Gerne wird es mit litauischem Weißkäse serviert. Brot wird auch häufig mit Kümmel gebacken – für jene, die es zum ersten Mal probieren eine (je nach persönlichem Geschmack böse) Überraschung. Sehr lecker ist das Brot auch gebraten, mit Knoblauch und Käse. Das passt hervorragend zu einem der guten Biere Litauens.

Traditionelle Gerichte sind außerdem gefüllter Schweinedarm (vedarai), gefüllte Kartoffelklöße oder Kartoffelauflauf (kugelis). Vor allem im Sommer wird gerne kalte Suppe (saltibarsciai) gegessen. Sie besteht aus Sauermilch, Gurken, hartgekochten Eiern und Roter Bete – eine abenteuerliche, aber schmackhafte Mischung.

Vor allem an der Küste, aber auch in den Seengebieten spielt natürlich Fisch eine große Rolle. Man erhält ihn getrocknet, gepökelt oder geräuchert, aber natürlich auch frisch zubereitet. Gefüllter Hecht ist ein beliebtes Gericht, ebenso wird gerne Stint oder Hering gegessen. In Palanga findet im Februar das Stint-Fest statt, dann kann man den frisch zubereiteten Fisch direkt an den Marktständen genießen.

Die litauische Küche ist regional vielfältig beeinflusst, viele Gegenden haben ihre ganz eigenen traditionellen Gerichte. Die Suvalkier sind zum Beispiel für ihr herrlich schmeckendes Räucherfleisch berühmt. Im Norden, in Žemaitien, werden gerne Pellkartoffeln mit kastinys, einer pikanten Rahmbutter, serviert. Kartoffeln sind auch in Dzukija verbreitet, außerdem Pilzgerichte. In Oberlitauen, in Aukstaitija, stehen häufig Mehlspeisen wie Pfannkuchen und gekochte und gefüllte Teigtaschen (virtuinukai) auf den Menüplänen.

Regionale Nahrungsmittel sind beliebt und verbreitet. Im Sommer sammelt man Beeren und verarbeitet sie zu Kompott oder Marmeladen, im Herbst werden gerne Pilze gesammelt. Oft kann man diese Produkte an kleinen Marktständen erwerben.

Bernstein

Bernstein ist zunächst einmal nichts anderes als fossiles Harz. Es handelt sich um einen Stein aus dem Harz von Nadelbäumen, der durch eine Jahrmillionen dauernde Verhärtung entstanden ist.

Doch so nüchtern-wissenschaftlich seine Entstehung klingt, ist die ganze Sache nicht: Bernstein ist ein Stoff, der verzaubert. Wunderschöne Steine, meist verarbeitet zu Schmuck oder als „pure“ Steine, sprechen mit ihrer warmen Farbe und dem schimmernden Effekt die Sinne an. Fast mystisch wirkt der Stein, warm und geheimnisvoll.

Seine Farbe kann variieren von weiß über gelb bis rot, rotbraun und sogar grünliche Töne sind möglich. Manche Steine sind trüb, haben viele Gas- oder auch Wassereinschlüsse, manche sind glasklar.

Sein genauer Ursprung und die Entstehung sind nicht eindeutig geklärt. Der baltische Bernstein stammt vermutlich aus einem erdgeschichtlichen Bernsteinwald, über dessen Standort aber keine gesicherten Belege existieren.

Besonders schön sind Steine mit sogenannten Inklusionen. Das sind Einschlüsse von Insekten oder anderen tierischen und pflanzlichen Überresten sowie von Wasser oder Luft. Sie geben dem Stein Charakter. Manchmal sind die Lebewesen sogar noch exakt zu erkennen – ein kleine Mücke oder Fliege, die von der Verharzung überrascht wurde und nun im ausgehärteten Stein Aufschluss über die Lebewesen längst vergangener Zeiten gibt.

Die Bernsteinstraße in Litauen umfasst mehrere Anlaufpunkte, an denen sich der Besucher über das „Litauische Gold“ informieren kann. So gibt es in Nida die Bernsteingalerie und das Museum Mizgiris. Hier kann man sogar ein zwei Kilogramm schweres Exemplar bewundern! In Juodkrante gibt es ein Bernsteinmuseum. Hier wurde im 19. Jahrhundert „im großen Stile“ Bernstein gewonnen. Auch in Palanga gibt es ein Bernsteinmuseum. In den angeschlossenen Werkstätten kann man die Verarbeitung vom rohen Stein zum Schmuck verfolgen. Und in Karkle können sich Urlauber selber auf die Suche begeben, hier sollen angeblich die meisten Stücke an Land gespült werden. Viel Glück!

Auf jeden Fall ist der Kauf eines Bernstein-Souvenir fast genauso verpflichtend, wie einmal auf der Kurischen Nehrung geräucherten Fisch gegessen und den Sonnenuntergang von der Großen Düne bewundert zu haben.

Kuren

Die Kuren sind eine baltische Volksgruppe, die ursprünglich entlang der Ostseeküste – von der Nehrung bis ins heute lettische Territorium – siedelte. Sie lebten von und mit dem Meer. Berühmt waren die Kuren für ihre Bootsbaufertigkeiten, die Kurenkähne hatten Ähnlichkeiten mit den Booten der Wikinger. Überall auf der Kurischen Nehrung kann man noch heute Kurenwimpel entdecken. Sie dienten als Kennzeichnung der Fischerboote und symbolisierten damit die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Ort. Die schmuckvollen Wimpel oder auch Fahnen gehen zurück auf einen Erlass, mit dem die Fischerei auf dem Haff rechtlichen Regeln unterworfen wurde.

Interessant sind auch die Häuser der Kuren, die stets in naturverbunden Farben gestaltet wurden – braun für die Erde, blau für den Himmel und das Wasser, weiß für die Wolken und die Schaumkronen auf dem Meer. Noch heute finden sich diese Farbkombinationen an den alten Fischerhäusern auf der Nehrung.

Bei einem Gang über den Friedhof rund um die Kirche von Nida lassen sich die hölzernen Grabmale der Kuren bewundern. Sie vermittelt eine leicht mystische Stimmung, meist schmücken sie Symbole aus der Natur. Sie verdeutlichen den heidnischen Glauben der Kuren und verbinden jene Symbolik mit derjenigen des christlichen Glaubens.

 

 

Der Mittelpunkt Europas

Wer hätte das gedacht: Litauen ist trotz seiner recht nördlichen Lage das Zentrum Europas. Französische Geografen haben 1989 einen Punkt bei dem Dorf Purnuskes im Südosten Litauens als den Mittelpunkt Europas berechnet. Dieser Berechnung liegen die äußersten europäischen Punkte mit Spitzbergen im Norden, dem Ural im Osten, den Kanarischen Inseln im Süden und den Azoren im Westen zugrunde.

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