Ihr Reisespezialist für Nord- und Osteuropa
Buchung & Information
+49 40 3802060
Montag bis Freitag 9 - 13 Uhr | 14 - 17 Uhr

Reisefinder

 

Reiseführer Lettland

Hier erhalten Sie einen Überblick über Lettland. Von allgemeinen Informationen, der Geografie, über die wechselvolle Geschichte bis hin zu der unberührten Natur in Lettland. Hier finden Sie alles wissenswerte über den baltischen Staat.

Allgemeines

Eine weitläufige und vielerorts unberührte Natur, geschichtsträchtige Orte, kulturhistorisch bedeutsame Gutshöfe, Schlösser und Ordensburgen – damit wartet Lettland auf seine Besucher. Die bezaubernde Ostseeküste, eine ausgeprägte Gesangskultur und nicht zuletzt die blühende Metropole Riga mit ihren hübschen Jugendstilbauten und der mittelalterlichen Altstadt ergänzen das Portfolio und sorgen für eine Vielseitigkeit, die seinesgleichen sucht. Und so fühlen sich Besucher mit unterschiedlichsten Interessen von Lettland angesprochen.

Riga ist das Zentrum des Landes. Viele Urlauber starten hier ihren Besuch und werden willkommen geheißen von einer pulsierenden Großstadt, deren Geschichte mannigfaltig in Erscheinung tritt. Die gut erhaltene mittelalterliche Altstadt und die Jugendstilbauten aus dem frühen 20. Jahrhundert sind die bekanntesten architektonischen Zeitzeugen. Die alte Hansestadt wird auch gerne als „Perle des Baltikums“ bezeichnet, und dies ist kaum übertrieben: Das prächtige Schwarzhäupterhaus, der Dom, der imposante Rathausplatz, das Rigaer Schloss oder das Gebäudeensemble „Die drei Brüder“ sind nur einige der schönsten Sehenswürdigkeiten, die Riga bereithält.

Und man darf gespannt sein: 2014 wird Riga gemeinsam mit dem schwedischen Umeå Kulturhauptstadt Europas sein. Die schon jetzt kulturell vielfältige Metropole wird sich sicher etwas einfallen lassen für ihre Besucher.

Ganz in der Nähe von Riga liegt Jurmala – sicher das bekannteste Seebad Lettlands. Schmucke Holzhäuser im Stile der Bäderarchitektur und der weitläufige Sandstrand ziehen gerade im Sommer Scharen von Erholungssuchenden an. Unbedingt einen Besuch wert!

Und dann locken noch kleinere, geschichtsträchtige Orte wie Kuldiga, Cesis und Sigulda, die Schlösser und Gutshöfe im südlichen Territorium Zemgale – allen voran das barocke Schloss von Rundale – sowie die Hafenstädte Liepaja und Ventspils zu einer Stippvisite.

Jenseits der Städte und ihrer wechselvollen Geschichte bietet Lettland aber auch eine beeindruckende Naturlandschaft. Vier Nationalparks geben einen guten Einblick in die vielfältige Natur des Landes mit seinen tiefen Wäldern, zahlreichen Flüssen und Seen sowie einer herrlichen Küstenlinie. Dabei ist eine Bootsfahrt auf der Gauja im gleichnamigen Nationalpark ein Highlight, das sich aktive Naturfans nicht entgehen lassen sollten. Die Flusslandschaft ist atemberaubend! Der Kemeri Nationalpark nahe Riga bietet mit seinen Naturpfaden durch die Moorlandschaft eine tolles Terrain für Wanderungen oder ausgedehnte Spaziergänge. Und im Osten Lettlands, in Lettgallen, dem „Land der blauen Seen“, locken Birkenwälder, Seen und Scharen von Zugvögeln. Hier ist Durchatmen angesagt.

Lettland hat sich schnell entwickelt, seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion hat sich viel getan. So ist Lettland seit 2004 Mitglied der EU und der NATO. Aber die Wirtschaftskrise ab 2007 hat dem Land deutlich zugesetzt. Die Arbeitslosigkeit stieg stark an, die Wirtschaft brach im EU-Vergleich stark ein. Ein Grund mehr, dieses wunderschöne Land zu besuchen und den wirtschaftlichen Aufschwung wieder anzuheizen!

Geografie

Lettland liegt im Nordosten Europas im Zentrum des Baltikums an der Ostssee bzw. der Rigaer Bucht. Litauen, Weißrussland, Russland und Estland sind unmittelbare Nachbarn. Mit nicht einmal 65.000 Quadratkilometern ist Lettland etwas kleiner als Bayern und mit kaum mehr als 2 Millionen Einwohnern zudem sehr dünn besiedelt.

Lettland ist relativ flach mit einer sanften Hügellandschaft. Seen und Flüsse sind typische Landschaftselemente. Die Daugava ist der größte Fluss Lettlands und mündet bei Riga in die Ostsee. Der größte See ist der Luban-See in Ost-Lettland, er hat eine Fläche von 82 Quadratkilometern. Etwa 500 Kilometer Küstenlinie weist Lettland auf. Hier sind Kiefernwälder dominant. Überhaupt ist das Land in weiten Teilen bewaldet.

Lettland teilt sich in vier historische Provinzen auf: Kurland, Nord-Lettland, Semgallen und Lettgallen.

Kurland (lettisch: Kurzeme) ist die westlichste Provinz. Hier liegen unter anderem die Städte Liepaja, Ventspils und Kuldiga. Küste, weite Sandstrände, Wälder und das Kap Kolka im Slitere Nationalpark sind prägende Landschaftselemente.

Nord-Lettland (lettisch: Vizdeme) umfasst den Gauja Nationalpark, die historisch bedeutsamen Städte Cesis und Sigulda und die Küste nördlich von Riga. Tiefe Wälder, der beeindruckende Flusslauf der Gauja, steile Ufer, Sandsteinklippen und Höhlen, die sich im Sandstein aus dem Devon gebildet haben, sind in dieser Region sehenswert. Das Gebiet ist Teil der alten Region Livland, die sich ursprünglich bis an den Peipussee im heutigen Estland erstreckte.

Semgallen (lettisch: Zemgale) liegt im Süden Lettlands und grenzt an Litauen. Hier befinden sich große landwirtschaftliche Nutzflächen, sodass das Gebiet auch als Kornkammer Lettlands bekannt ist. Kulturhistorisch ist Semgallen reich an Gutshöfen, Schlössern und Burgen.

Die vierte Provinz, Lettgallen (lettisch: Latgale), ist bekannt für die hügelige Landschaft, die Vielzahl an Seen und für ihre Birkenwälder.

Riga ist mit knapp 700.000 Einwohnern die bei Weitem größte Stadt des Landes, gefolgt von Daugavpils (110.000 Einwohner), Liepaja (85.000 Einwohner) und Jelgava (65.000 Einwohner).

Das Klima ist kühl-gemäßigt mit warmen Sommern und kalten Wintern. Im Hochsommer können Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius erreicht werden. Der Spätsommer ist meist regenreich und geht in einen ebenfalls feuchten Herbst über. Schon im September können die ersten Bodenfröste auftreten. Die Küste bleibt im Winter zumeist eisfrei. Dennoch fällt in Lettland häufig Schnee.



Natur

Die satte Natur Lettlands hat jedem etwas zu bieten: Tiefe Wälder, malerische Flussläufe und Seen, eine hübsche Küstenlinie und der große Artenreichtum in Flora und Fauna begeistern jeden Naturinteressierten.

Zehn Prozent der Landesfläche Lettlands stehen unter Naturschutz. Die Fläche teilt sich auf in mehr als 700 Schutzgebiete, darunter vier Nationalparks. Der Slitere Nationalpark ist der kleinste unter ihnen. Er liegt an der Nordspitze Kurlands und ging 1999 aus einer bereits 1921 eingerichteten Schutzzone hervor. Der zweitgrößte ist der Kemeri Nationalpark. Er wurde 1997 gegründet und bietet mit seiner Moorlandschaft vielen Tier- und Pflanzenarten, vor allem Vögeln, eine Heimat. Der vermutlich bekannteste Nationalpark ist allerdings der Gauja Nationalpark östlich von Riga. Die tiefen Wälder und das eindrucksvolle Urstromtal der Gauja sind sehenswert. Der Fluss schlängelt sich gemächlich durch die Landschaft, schneidet dabei tief ins anstehende Gestein ein und schafft so eine Uferlandschaft mit Klippen, Grotten und Höhlen. Dies wird ergänzt durch zahlreiche Kulturdenkmäler – eine tolle Kombination! Der eindrucksvolle Park sollte auf keiner Rundreise durch Lettland fehlen.

Neben den bekannten Nationalparks gibt es aber zahlreiche meist ebenso sehenswerte Naturparks und Reservate. In Kurzeme, etwa auf halber Strecke zwischen Riga und dem Kap Kolka liegt der Naturpark Engure-See. Der See ist der drittgrößte Lettlands. Hier brüten viele Watt- und Wasservögel, die sich von Aussichtstürmen beobachten lassen, außerdem gibt es eine ornithologische Station. Naturpfade führen durch die schöne Landschaft (unter anderem ein Orchideen-Pfad), auch Boote kann man mieten.

Ein Streifzug durch die Wälder eröffnet dem Naturfreund unter Umständen interessante Tierbegegnungen. Elche, Wölfe, Wisente, Luchse, Biber, Schwarzwild und Hirsche kommen in Lettland vor. Selbst der Europäische Braunbär ist hier wieder zu Hause, auch wenn die Wahrscheinlichkeit, einen der derzeit zwölf gezählten Exemplare anzutreffen, gering sein dürfte.

Da Lettland eine wichtige Station für den Vogelzug ist, können ornithologisch interessierte Reisende vielerorts auf Beobachtungstürmen nach Zugvögeln Ausschau halten. Das Naturreservat Pape im Südosten des Landes ist dafür sehr bekannt, ebenso das Kap Kolka im Slitere Nationalpark.

Kultur

Brauchtum und Tradition sind wichtige Aspekte der lettischen Kultur und spielen in der Gesellschaft auch heute noch eine große Rolle. Die Feierlichkeiten zum Johannisfest sind ein kultureller Höhepunkt im Jahresverlauf und werden ausgiebig gefeiert. Die alten lettischen Volkslieder, genannt Drainas, gehören zum UNESCO-Welterbe. Durch sie war eine mündliche Überlieferung lettischer Mythologie und nationaler Identität möglich. Ein wichtiger Pfeiler der lettischen Kultur sind auch die Sängerfeste. Alle fünf Jahre wird Riga zu einer Bühne für ein Musikfestival nach altem Brauch. Unzählige Menschen drücken damit ihr nationales Bewusstsein aus und pflegen außerdem die Tradition. Das erste Sängerfest wurde bereits 1873 gefeiert. Das nächste Sängerfest in Riga findet vom 30. Juni bis 7. Juli 2013 statt – unbedingt eine Reise wert!

Architektonisch hat Lettland mit den schönen Herrenhäusern und Schlössern einen wahren kulturellen Schatz vorzuweisen. Das Barockschloss von Rundale ist vermutlich das bekannteste unter ihnen. In die Riege der bedeutenden Bauwerke muss man natürlich auch die Ordensburgen aufnehmen, die Ausdruck der wechselvollen Geschichte des Landes sind. In Cesis, Sigulda und Ventspils lassen sich einige von ihnen bestaunen.

Aus dem Bereich des Kunsthandwerks sind die Gürtel aus Lielvarde eine Besonderheit. Der aus Wolle gewebte Gürtel verfügt über bis zu 22 Ornamente und gehört zur traditionellen, lettischen Volkstracht.

Geschichte

Lettlands Besiedelungsgeschichte beginnt vermutlich im 3. Jahrtausend v. Chr., als finno-ugrische Stämme in das heutige lettische Gebiet einwandern. Etwa ab dem 9. Jahrhundert n. Chr. beginnt die Geschichte der Seefahrt, die alten baltischen Stämme (Kuren, Semgallen, Lettgallen, Selonen) waren schon immer stark mit dem Meer verbunden. Im Rigaer Geschichts- und Seefahrtsmuseum kann man ein Eichenholzschiff aus dem 12. Jahrhundert bestaunen, das in der Altstadt von Riga bei einer Ausgrabung entdeckt wurde.

Fremdherrschaften sind prägend für die lettische Geschichte: Polen, Deutsche, Litauer, Russen und Schweden haben abwechselnd Macht über das Territorium bzw. Teile des lettischen Gebietes erhalten. Eine Zeit, die in Lettland sehr deutliche Spuren hinterlassen hat, ist die Zeit der Christianisierung durch den Schwertbrüderorden bzw. den Deutschen Orden. Im 13. Jahrhundert ergreift der Schwertbrüderorden die Macht in großen Teilen Lettlands. Architektonische Zeitzeugen sind die viele Ordensburgen, teils nur noch als Ruinen erhalten, die sich im ganzen Land finden. Die baltischen Völker leisteten erbitterten Widerstand.

Die Herrschaft des Deutschen Ordens wurde beendet, als im 16. Jahrhundert Zar Iwan (der Schreckliche) einmarschierte. Auch Dänen, Schweden, Polen-Litauen kämpften um das lettische Gebiet. Der sogenannte Livländische Krieg wütete von 1558 bis 1561. Eine wechselvolle Geschichte, in der Lettland bzw. einzelne Provinzen Lettlands immer wieder von anderen Mächten beherrscht wurden.

Ab dem 18. Jahrhundert übernahm Russland immer mehr Macht über das lettische Gebiet. 1915 schritt die deutsche Armee ein und beanspruchte Livland für sich, 1917 wurde Riga erobert. Die darauf folgenden Unabhängigkeitsbestrebungen Lettlands 1918 wurden nicht lange toleriert, Sowjetrussland übernahm die Macht. Deutsche und Sowjets wechselten sich in der Herrschaft stetig ab, bis Lettland nach dem Zweiten Weltkrieg letztendlich unter der Einflussnahme der Sowjets stand. Es wurden Kolchosen gegründet, zigtausende Letten nach Sibirien deportiert und im Gegenzug Russen in Lettland angesiedelt – die Russifizierungspolitik wurde vorangetrieben.

Ab den 1980er-Jahren wurde die nationale lettische Identität wiederbelebt, es kam zu Unabhängigkeitsbestrebungen und dann zur „Singenden Revolution“. 1989 bildeten zwei Millionen Menschen eine Kette von Tallinn über Riga nach Vilnius und demonstrierten für die Unabhängigkeit der Baltischen Staaten. 1991 endlich erreicht Lettland seine Unabhängigkeit vom Sowjetreich und schreitet seitdem mit großen Schritten voran, orientiert in Richtung Westen: 2004 treten Lettland wie auch seine baltischen Nachbarn Estland und Litauen der Europäischen Union bei.

Bevölkerung

Neben der lettischen Bevölkerung (62 Prozent) leben mit einem Anteil von 27 Prozent sehr viele Russen in Lettland. Dieser Umstand geht zurück auf die Russifizierungspolitik und Umsiedelungsmaßnahmen von Seiten der Sowjetunion in den Jahren 1940 bis 1990. Außerdem gibt es neben vielen anderen Nationen eine weißrussische Minderheit (drei Prozent) und etwa zwei Prozent ukrainische Bevölkerung. Damit gehört ein recht großer Teil der Einwohner einer ethnischen Minderheit an, was zu den damit oft in Verbindung stehenden Problemen führt: Integrationsprobleme, Diskriminierung und Sprachschwierigkeiten.

Lettisch ist Amtssprache in Lettland. Lettisch gehört zu den Indogermanischen Sprachen und ist neben Litauisch eine von zwei noch existierenden Baltischen Sprachen. Durch den hohen Anteil russischer Bevölkerung spielt natürlich auch Russisch eine große Rolle.

Politik

Lettland ist seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion eine parlamentarische Demokratie. Ihr steht der Präsident vor, der repräsentative Aufgaben übernimmt, Gesetze unterzeichnet und die Regierung ernennt bzw. entlässt. Der Premierminister hat die Regierungsaufgaben inne und leitet das Kabinett. Im Kabinett sitzen derzeit 17 Minister. Das Parlament Lettlands hat 100 Abgeordnete und wird auf vier Jahre gewählt. Seit 2004 gehört Lettland der Europäischen Union an.

Relegion

Während die Bevölkerung im westlichen und zentralen Lettland mehrheitlich der evangelisch-lutherischen Kirche zugeordnet werden kann, spielt im Osten die römisch-katholische Glaubensrichtung die Hauptrolle. Die russischstämmige Bevölkerung hingegen folgt der russisch-orthodoxen Kirche.

Vor dem Zweiten Weltkrieg war das Judentum eine bedeutende Religion in Lettland, heute gehören dem Glauben nur noch etwa 10.000 Menschen an.

Vor allem ganz im Osten Lettlands, in Lettgallen, gibt es noch einige Gemeinden der Altgläubigen, in Lettland auch Starovery genannt. Dieser Glaubenszweig entstand im 17. Jahrhundert im Zuge einer Kirchenreform durch Patriarch Nikon. Gegner dieser Reform begründeten den „Alten Glauben“. Sie wurden von der russischen Kirche ausgeschlossen und verfolgt.


Reiseziele

In Lettland lässt sich das malerische Kurland, weite und unberührte Ostseestrände, prunkvolle Schlösser und alte Gutshäuser entdecken. Die Hauptstadt Riga erwartet Sie mit viel Flair, einer lebendigen Kulturszene und einer einmaligen Altstadt. Um einen Überblick über die Reiseziele zu erhalten, finden Sie hier Informationen über die wichtigsten Urlaubsziele in Lettland.

Riga

Riga ist politisch, wirtschaftlich und kulturell betrachtet unbestritten das Zentrum Lettlands und mit etwa 700.000 Einwohnern die mit Abstand größte Stadt im Land und sogar im ganzen Baltikum. 1201 wurde Riga gegründet und durchlief eine wechselhafte, glanzvolle Geschichte: Eine bedeutende Handelsstadt, Mitglied der Hanse und zudem Streitobjekt zwischen Schweden, Russen, Deutschen und Polen. Seit 1997 zählt die Rigaer Innenstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Riga ist lebhaft, vielseitig und nebenbei noch hübsch anzusehen. Leicht kann man hier eine ganze Woche und mehr verbringen, ohne sich zu langweilen. Die Sehenswürdigkeiten reihen sich nur so aneinander. Das Schwedentor (Zvidru varti): Es ist das letzte der ehemals 25 Stadttore Rigas. Im 17. Jahrhundert wurde es gebaut und verbindet seither die Altstadt mit der Straße Torna iela. „Drei Brüder“ (Tris brali) wird ein Gebäude-Ensemble an der Maza pils iela genannt. Die Häuser sind „verwandt“ mit den drei Schwestern in Tallinn und entstanden zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert. Das mit der Hausnummer 17 soll das älteste Wohnhaus Rigas sein. Für den Dom, der verschiedene Baustile in sich vereinigt, wurde 1211 der Grundstein gelegt. Die riesige Orgel aus dem 19. Jahrhundert ist ebenso sehenswert wie der geschnitzte Orgelprospekt oder die verzierte Kanzel. Das Schloss von Riga (Riga pils) war über lange Zeit der Hauptsitz des Deutschen Ordens. Heute ist es die Residenz des lettischen Präsidenten. Besonders prachtvoll ist das Schwarzhäupterhaus (melngalvju nams): Barocke Zierelemente schmücken die gotischen Giebel aus Backstein. Ein wunderbarer Stilmix und Schmuckstück am Rathausplatz. Es war zu Zeiten der Hanse ein Versammlungsort unverheirateter Kaufleute. Das Gebäude ist allerdings ein Nachbau von 1999, da es durch den Zweiten Weltkrieg Schaden nahm und anschließend die Sowjets das ursprüngliche Gebäude sprengten.

Kommen wir zu den etwas jüngeren Bauwerken: Der Bauboom Anfang des 20. Jahrhunderts verschaffte Riga einen großflächig in Erscheinung tretenden Architekturstil, den Jugendstil. Prachtvolle Gebäude mit einer reichen Ornamentik, hübsch verzierte Fassaden, Erker und schmucke Fensterelemente prägen das Stadtbild. „Die Perle des Baltikums“ wird Riga deshalb auch gerne genannt. Etwa 800 Jugendstil-Gebäude kann der Besucher heute in der lettischen Hauptstadt bewundern. Die meisten davon befinden sich im Zentrum, im Botschaftsviertel und in der Alberta iela. Seit 2009 gibt es in Riga sogar ein Jugendstil-Museum. Es wurde in der ehemaligen Wohnung des Architekten Konstantins Peksens in der Alberta iela eingerichtet. Ein Spaziergang auf den Spuren der Jugendstil-Fassaden ist unbedingt empfehlenswert!

Interessant ist ein Besuch des Okkupationsmuseums, das direkt neben dem Schwarzhäupterhaus liegt. Das in den 1990er-Jahren gegründete Museum vermittelt einen Eindruck von der Besetzung Lettlands durch die Nationalsozialisten und die Sowjets. Wer sich für die Geschichte Lettlands interessiert, sollte einen Besuch unbedingt einplanen.

Die Markthallen Rigas werden gerne von Touristen besucht. Es ist interessant, zwischen den Ständen und in den Hallen zu flanieren, der Markt gehört zu den größten in Europa.

Aber neben der Erwähnung all der hübschen und interessanten Sehenswürdigkeiten sollte nicht verschwiegen werden, dass Riga auch ein anderes Gesicht hat: In den Außenbezirken mit ihren Plattenbauten, ein Erbe der sowjetischen Stadtplanung, leben viele Letten ein bescheidenes Leben. Auch das ist Riga. Vor allem die Wirtschaftskrise ab 2007 hat dem Land deutlich zugesetzt. Die Arbeitslosigkeit stieg stark an, die Wirtschaft brach mit am stärksten in der ganzen EU ein.

Jurmala

Jurmala (deutsch: Rigastrand) liegt im Westen der Hauptstadt Riga und ist seit jeher für Kurtourismus bekannt. Schon zur Zarenzeit reiste der Adel an und genoss die schönen Strände, die gute Luft und die Heilwirkung der Schwefelquellen. Jurmala besteht eigentlich aus mehreren zusammengewachsenen Ortschaften. Majori bildet dabei den Hauptort des Seebades.

In Jurmala ist die entzückende Bäderarchitektur in ihrer vollen Pracht zu bewundern: Adrett hergerichtete Holzvillen säumen die Straßen, dazwischen thronen mächtige Kiefern – ein hübsches Bild. Die entspannte Atmosphäre in dem Seebad – nur im Hochsommer kann es am Strand etwas trubelig sein – ergänzt diesen Eindruck. Durchsetzt ist die Bäderarchitektur von großen Hotelkomplexen, die zumeist unter der Sowjetherrschaft entstanden, heute aber durchaus komfortable Kur- und Wellnessaufenthalte ermöglichen.

Jurmala ist von Riga auch mit dem Bus oder Zug gut zu erreichen. Majori, Bulduri und Dubulti haben wie fast alle Ortsteile eigene Bahnhöfe.

Ventspils

Wer mit der Fähre nach Lettland reist, wird vielleicht in Ventspils ankommen. Die Stadt mit gerade einmal 40.000 Einwohnern hat einen bedeutenden Hafen, was bei der Einfahrt mit dem Schiff schon unübersehbar ist. Öl und Kohle aus Russland werden hier umgeschlagen.

Ventspils macht einen aufgeräumten und gepflegten Eindruck. Überall in der Stadt finden sich hübsche Blumenarrangements und -figuren, entlang der Hafenpromenade posieren bunt bemalte Kühe und begrüßen den Besucher. Daneben hat die Hafenstadt aber auch eine Ordensburg zu bieten: Sie wurde 1290 errichtet und ist noch sehr gut erhalten. Im Laufe der Geschichte wurde sie mehrfach umgebaut, diente als Schule und als Gefängnis. Heute beherbergt sie das Museum von Ventspils.

Toll für Familien: Im Süden der Stadt am Lielas Prospekt in einem Park gibt es einen riesigen Spielplatz mit Schaukeln, Klettergerüsten, Rutschen – das „Kinderstädtchen“. Wer mit Kindern unterwegs ist, kann hier für Abwechslung für die kleinen Urlauber sorgen.

Liepaja

Liepaja ist eine schmucke Kleinstadt und mit etwa 80.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Lettland. Berühmt ist Liepaja (deutsch: Liebau) für den weitläufigen Sandstrand, der vor allem Erholungssuchende anlockt. Schon im 19. Jahrhundert wusste auch der russische Zar dies zu schätzen. Der Strandpark, ein toller Ort zum flanieren, wurde in dieser Zeit angelegt und gehört zu den größten Parks Lettlands.

Die Dreifaltigkeitskirche mit ihrer prächtigen Orgel – bis Anfang des 20. Jahrhunderts war sie die größte der Welt – ist eine der schönsten Sehenswürdigkeiten. Außerdem gibt es im Stadtgebiet zahlreiche Jugendstil-Häuser, die einen Blick wert sind. Viele davon stehen an der Graudu iela, der Dzintaru iela und der Liepu iela. Die Markthalle des Petermarktes ist ebenfalls ein schönes Beispiel für Jugendstil-Architektur.

Interessant ist auch der alte Kriegshafen Liepajas im Stadtteil Karosta. Hier wurde auf Befehl von Zar Alexander II. eine ganze Militärstadt errichtet. In Karosta befindet sich auch das ehemalige Gefängnis, das heute wohl zu den außergewöhnlichsten Unterkünften Lettlands zählt: Interessierte können hier eine Nacht in einer Gefängniszelle verbringen – Gefängnisessen inklusive.



Kuldiga

Im westlichen Lettland, in Kurzeme, liegt die kleine Stadt Kuldiga (deutsch: Goldingen). Die hübsche Altstadt ist äußerst sehenswert. Sie wurde im 17. und 18. Jahrhundert ursprünglich als Vorstadt des Schlosses des Deutschen Ordens von Kuldiga erbaut. Der kleine Fluss Aleksupite fließt durch die Stadt, direkt entlang der Hauswände, und betrieb einst die Wassermühle der Papierfabrik. Hier stürzt das Flüsschen 4,5 Meter in die Tiefe. Sehenswert ist auch die Backsteinbrücke über die Venta, sie ist die längste befahrbare Backsteinbrücke Europas. Der Fluss Venta zeigt sich bei Kuldiga imposant: Mit 275 Metern befindet sich hier – ein weiterer Superlativ – der breiteste Wasserfall Europas. Kuldiga ist unbedingt einen Besuch wert. Die Backsteinbrücke von 1874 wie auch die Altstadt Kuldigas zählen übrigens zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Jelgava

Im Süden Rigas liegt die kleine Stadt Jelgava (65.000 Einwohner). Sie wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, sodass ein historisches Stadtbild weitgehend fehlt. Sehenswert ist das Barockschloss, das 1737 erbaut wurde. Der russische Architekt Rastrelli, der auch den großen Palast von Peterhof und das Schloss von Rundale entwarf, wurde mit der Planung beauftragt. Im Unabhängigkeitskampf von 1919 sowie im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss zerstört, beide Male aber wieder aufgebaut. Es beherbergt heute die Landwirtschaftliche Universität.

Rundale

Das prächtige Barockschloss von Rundale gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Lettlands und ist eines der bemerkenswertesten lettischen Architekturdenkmäler des Rokoko und des Barock. Es liegt südlich von Riga in der Nähe der Stadt Bauska und wird auch gerne als „Versailles des Baltikums“ bezeichnet. Das französische Versailles diente als Vorbild für diesen Bau.

Rundale (deutsch: Ruhenthal) diente von 1736 bis 1740 als Sommerresidenz für Herzog Ernst Johann von Biron. Es wurde erbaut von dem Architekten Rastrelli, der auch für den Großen Palast von Peterhof und den Winterpalast in St. Petersburg verantwortlich zeichnet. Er plante auch die Parkanlage.

1920 ging das Schloss in lettischen Staatsbesitz über, diente dann als Schule und Wohnraum, nach dem Zweiten Weltkrieg sogar als Kornspeicher. Durch diese Umnutzung ging ein großer Teil der Inneneinrichtung verloren.

Bereits seit 1972 beherbergt es ein Museum. Interessant ist die Besichtigung des Goldenen Saals, hier stand der Thron des Herzogs, und des Weißen Saals, wo vor allem Bälle abgehalten wurden. Besucher können Kunstschätze wie Möbel, Gemälde, Porzellan etc. aus vier Jahrhunderten bewundern. Außerdem informieren Ausstellungen über die Restaurierungsarbeiten an dem Schloss sowie über die Familie Biron. Und für Musikliebhaber: Auf Schloss Rundale findet immer Anfang Juli das Festival für Alte Musik statt.

Daugavpils

Daugavpils ist mit etwa 100.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Lettlands. Sie liegt ganz im Südosten des Landes am Fluss Daugava. Daugavpils (deutsch: Dünaburg) ist nicht unbedingt als Touristenziel bekannt. Der Zweite Weltkrieg hat der Stadt übel mitgespielt, ein großer Teil wurde zerstört. Der Aufbau erfolgte vor allem nach sozialistischen Maßstäben, sodass Plattenbauten und ein Straßenverlauf im Schachbrettmuster heute prägend im Stadtbild sind. Bei einem Besuch lohnt es sich, die im 19. Jahrhundert erbaute Festung, die wenigen verbliebenen Jugendstil-Häuser sowie die St.-Peter-Kirche anzuschauen.

Sigulda

Am Rand des Gauja Nationalparks liegt die kleine Stadt Sigulda (deutsch: Sagewold). Aber so klein die Stadt ist, so „groß“ sind die Sehenswürdigkeiten, die sich hier und in der unmittelbaren Umgebung verbergen. Da wäre etwa die Ruine der Ordensburg zu nennen: Die Burg entstand im frühen 13. Jahrhundert und war Sitz des Schwertbrüderordens. Auf der anderen Seite des Gauja-Tals liegen die Burgen Turaida und Krimulda. Sie sind mit einer spektakulären Seilbahnfahrt von Sigulda aus zu erreichen. Die Burg Turaida wurde teilweise rekonstruiert – im 18. Jahrhundert brannte sie nieder – und ist Teil des Museumsreservates Turaida. Der Ausblick vom Turm der Burg ist fantastisch! Wer von der Burg Krimulda zu Turaida läuft, der folgt einem Pfad, an dem die Gutmanns-Höhle liegt. Hier finden sich Inschriften von Besuchern, die sich teils bis ins 17. Jahrhundert zurückdatieren lassen.

Cesis

Cesis (deutsch: Wenden) gehört zu den ältesten Städten Lettlands und blickt auf eine lange und wechselvolle Vergangenheit zurück. Sie war Sitz des Schwertbrüderordens und außerdem Hansestadt. Die beeindruckende Ordensburg war einmal die größte Festung des Baltikums. 1209 wurde mit ihrem Bau begonnen, die Burg im Laufe der Geschichte jedoch mehrfach zerstört. Heute ist sie nur noch eine Ruine, dennoch sehr sehenswert. Anschauen sollte man sich auch die Johanniskirche aus dem 14. Jahrhundert sowie das adrett hergerichtete Stadtzentrum. Cesis wurde mehrfach von Feuer heimgesucht, sodass leider große Teile der Stadt zerstört wurden und wieder aufgebaut werden mussten. Von Cesis aus lässt sich übrigens der Gauja Nationalpark ganz wunderbar erkunden.

Gauja Nationalpark

Der Gauja Nationalpark ist der größte und bekannteste Nationalpark Lettlands und er gehört zu den beliebtesten Reisezielen im Land. Schon 1973 wurde das Reservat gegründet. Es umfasst ein Gebiet von mehr als 90.000 Hektar.

Der Park ist eingeteilt in verschiedene, biologisch besonders wertvolle Schutzzonen. Dies sind das Nurmizi Schluchtenreservat, das Inciems Altuferreservat, das Roci Waldreservat und das Suda Moorreservat.

Sandsteinablagerungen aus dem Erdzeitalter Devon bilden das geologische Fundament der Region. Der Fluss Gauja, das Urstromtal eines Gletschers, hat sich im Laufe der Erdgeschichte einen Weg durch das anstehende Gestein gefressen. Dies ergab einen Flusslauf, der malerisch von Sandsteinklippen, Sandbänken, Grotten und Höhlen eingerahmt wird. Wer mit dem Kanu oder Boot über die Gauja schippert, kommt in den Genuss eines herrlichen Panoramas. Der Adlerfelsen (Erglu klintis) ist besonders sehenswert, die Sandsteinformation erstreckt sich über eine Länge von 700 Metern und erreicht eine Höhe von 22 Metern. Sandbänke und Strände erlauben hier einen Stopp.

Wer anderweitig aktiv sein möchte, kann ausgiebige Wanderungen oder Spaziergänge unternehmen. Die Naturpfade von Ligatne etwa führen den Besucher durch die verschiedenen Landschaften des Gauja-Tals und erlauben einen Einblick in die heimische Flora und Fauna. Geführte Touren sind möglich.

Auch mit dem Fahrrad kann man den Gauja Nationalpark entdecken. Allerdings benötigt man für die Steigungen und teils sandigen Wege etwas Kondition und am besten ein geländegängiges Fahrrad.

Für Urlauber ohne Höhenangst ist eine Fahrt mit der Seilbahn bei Sigulda unbedingt empfehlenswert. Der Ausblick ist grandios! Mit der Bahn gelangt man von Sigulda auf die andere Seite der Gauja. Hier können die Burgen Krimulda und Turaida sowie die berühmte Gutmanns-Höhle mit Inschriften von Besuchern, die teils schon in früheren Jahrhunderten hier waren, auf einem Spaziergang besichtigt werden. Folgt man dem Pfad weiter, erreicht man das neue Besucherzentrum des Nationalparks.

Die atemberaubende Natur des Gauja Nationalparks wird ergänzt durch unzählige Kulturgüter, die es zu besichtigen gibt. Die alten Städte Cesis und Sigulda, die mittelalterlichen Burgen von Turaida und Cesis, viele weitere Burgen, Schlösser, Kirchen und Landgüter – das Gesamtpaket macht den Reiz des Gauja Nationalparks aus.

Slitere Nationalpark

Meer, Sandstrände, Dünen und Kiefernwälder sind die typischen Landschaftselemente im Slitere Nationalpark. Zu Sowjetzeiten war das Gebiet Sperrzone, sodass die Natur hier recht unbehelligt gedeihen konnte.

Der Park ist bedeutend für den Vogelzug, so lassen sich von hier vor allem im Frühjahr unzählige Zugvögel beobachten. Die Welt der Reptilien ist mit Kreuzkröten, Sumpfschildkröten und Schlingnattern vertreten.

Zu Fuß oder per Fahrrad kann man den Slitere Nationalpark am besten erkunden. An einigen Stellen gibt es Naturpfade, so etwa am Kap Kolka oder bei Enazi, wo die interessante Steilküste zu besichtigen ist.

Am Kap Kolka treffen die Ostsee und die Rigaer Bucht aufeinander, das Meer ist hier sehr aufgewühlt und unruhig – schwimmen ist an dieser Stelle verboten. Einige Schiffswracks sollen hier auf Grund liegen. Im Leuchtturm von Slitere, erbaut 1850, befindet sich das Informationszentrum des Nationalparks. Am Kap Kolka gibt es außerdem ein Besucherzentrum.

Auf dem Gebiet des Nationalparks war früher das Siedlungsgebiet der Liven, heute leben hier vermutlich nur noch ein paar hundert Angehörige des finno-urgischen Volkes. Sie pflegen eine eigene Tradition und sprechen eine eigene, nahezu ausgestorbene Sprache. Die Livenküste steht seit 1991 kulturhistorisch unter Schutz. In Mazirbe steht das „Haus des Livischen Volkes“. Hier finden Veranstaltungen statt, eine Ausstellung informiert über die Livische Kultur.

Kemeri Nationalpark

Der Kemeri Nationalpark ist der zweitgrößte des Landes und wurde 1997 gegründet. Er liegt nur etwa 50 Kilometer von Riga entfernt. Die typische Moorlandschaft bietet vielen Tier- und Pflanzenarten und vor allem Vögeln eine Heimat. Aus der Vogelwelt sind unter anderem Uhus, Seeadler, Schwarzstörche und Kraniche vertreten. Sumpf-Wolfsmilch, Frauenschuh, Bärlauch und verschieden Orchideenarten kann der Naturinteressierte entdecken. 202 Moos-, 119 Flechten- und sage und schreibe mehr als 500 Pilzarten kommen in dem Park vor. Und: 25 Prozent aller in Lettland gedeihenden Rote-Liste-Arten wachsen im Kemeri Nationalpark. In den Mooren und Wäldern leben außerdem Elche, Hirsche, Rehe, Wildschweine und Wölfe. Ein Besuch des Kemeri Nationalparks lohnt also. Naturlehrpfade leiten den Besucher durch das Ökosystem, von Beobachtungstürmen lassen sich Vögel erspähen oder einfach nur der grandiose Ausblick in die farbenprächtige Landschaft genießen. Im Besucherzentrum gibt es weiterführende Informationen, Karten und Broschüren, auch können hier geführte Touren gebucht werden.


Reiseinfos

Wenn Sie Lettland als Reiseland für sich entdecken möchten, dann finden Sie hier die wichtigsten Reiseinfos. Anreisemöglichkeiten nach Lettland, Optimale Reisezeit, Übernachtungsmöglichkeiten, sowie praktische Hinweise für den Urlaub in Lettland werden hier beantwortet.

Anreise

Per Flug

Die Hauptstadt Riga hat den größten Flughafen Lettlands. Er liegt im Westen der Stadt in Richtung Jurmala. Air Baltic  ist die nationale Fluggesellschaft, sie fliegt zum Beispiel direkt nach Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Düsseldorf. Neben Air Baltic gibt es außerdem Verbindungen mit der Lufthansa (über Frankfurt), Finnair (über Helsinki) oder LOT (über Warschau).

 

Mit der Fähre

Durch die Lage am Meer ist Lettland gut per Fähre zu erreichen. Lettland hat drei große Passagierfährhäfen: Riga, Ventspils und Liepaja. Riga erreicht man mit Tallink * ab Stockholm. Ventspils wird von Stena Line* ab Travemünde (25 Stunden) bzw. Nynashamn in Schweden angefahren. Nach Liepaja gibt es ebenfalls eine Verbindung mit Stena Line* ab Travemünde (26 Stunden). Alternativ kann man auch mit DFDS Seaways* von Kiel nach Klaipeda in Litauen (21 Stunden) fahren und über Land weiterreisen.

 

Über Land

Wer mit dem Auto oder dem Wohnmobil über Land nach Lettland reisen möchte, muss über Polen und Litauen sowie unter Umständen über Kaliningrad (Russland) reisen und damit einige Grenzen passieren. Allerdings gehören alle Staaten (mit Ausnahme des Kaliningrader Gebietes) zum Schengen-Raum. Die „Via Baltica“ (E 67) führt von Prag über Breslau und Kaunas nach Riga und ist streckenweise sehr gut ausgebaut.

Für die Anreise sollte man seinen Reisepass oder Personalausweis, den Fahrzeugschein und seinen Führerschein mit sich führen. Die Grüne Versicherungskarte wird dringend empfohlen, ebenso eine Vollmacht, wenn man nicht selbst der Halter des Fahrzeugs ist.

 

*Bitte beachten Sie, dass dieser Link zu einer externen Internetseite führt. Wir haben keinen Einfluss auf den Inhalt und die Gestaltung der Internetseite sowie auf die Verarbeitung oder Speicherung der erhobenen Daten.

Reisezeit

Lettland hat sehr ausgeprägte Jahreszeiten. Jede dieser Zeiten hat ihren ganz besonderen Reiz. Der Winter ist schneereich, sodass dann Wintersportfreunde ihrem Hobby frönen und Ski- oder Schlittschuhlaufen können. Naturinteressierte Touristen reisen im Frühling, Sommer oder Herbst nach Lettland. Im Frühling erwacht die Natur, es sind noch nicht so viele Urlauber im Land und die Preise sind noch moderat. Der Herbst ist farbenreich, der Vogelzug lockt ornithologisch interessierte Besucher an. Für einen Aufenthalt in der Natur, Wanderungen und ausgedehnte Spaziergänge eine tolle Zeit. Der Sommer ist natürlich die Hauptreisezeit, dann haben auch die Letten ihre langen Sommerferien. In der Hochsaison sind die Preise deutlich höher, das Touristenaufkommen ebenso. Aber nicht umsonst: Die warmen Monate locken mit einer prächtigen und satten Natur, langen Sommertagen, an denen die Sonne kaum untergeht, vielen (Kultur)Veranstaltungen und einem herrlichen Strandleben an der Küste. Für Städtereisende hingegen, die sich Riga anschauen möchten, bietet sich eigentlich jede Jahreszeit an.

Unterkünfte

In Lettland gibt es alle Arten von Unterkünften: Vom Campingplatz über einfache Pensionen und Gästehäuser bis hin zu gehobenen Hotels und Häusern der Luxuskategorie. 

Besonders schön nächtigt man in den Schlössern und Herrenhäusern Lettlands. Die Schlösser Jaunpils, Kuska und Dikli oder das Landgut Marciena sind Beispiele für diese architektonischen Perlen. Sie wurden liebevoll restauriert und zu Hotels umgestaltet. Das Flair dieser Häuser ist einmalig.

In ganz Lettland kann man in der Hotellerie mit Unterkünften aller Kategorien rechnen. Gästehäuser oder Bed&Breakfast-Unterkünfte können übrigens gute und preiswerte Alternativen zu Hotels sein.

Wer per Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil reist, hat eine große Auswahl an Campingplätzen. Die meisten davon befinden sich im Norden und Nordwesten, der Süden und Osten sind weniger gut bestückt. Auf lettischen Campingplätzen ist es üblich, dass kleine Häuser oder Blockhütten vermietet werden. So können auch Fahrradurlauber, die nicht viel Gepäck mitnehmen und naturnah reisen möchten, eine günstige Übernachtungsmöglichkeit finden. Ebenso wie Urlauber auf Autorundreise, die preiswert unterkommen möchten.

Jurmala ist seit langem bekannt für Kur- und Erholungstourismus. Daher gibt es hier zahlreiche Hotels mit Kur- und Wellnessangeboten wie etwa das Baltic Beach Hotel oder das Hotel Jurmala Spa. Darüber hinaus bieten aber in ganz Lettland viele Hotels und auch Gästehäuser eine Sauna oder ein Dampfbad.

Gesundheit

Reisende nach Lettland sollten sicherstellen, dass sie bereits die Europäische Versicherungskarte besitzen. Trotzdem empfiehlt sich der Abschluss einer meist sehr kostengünstigen privaten Auslandsreisekrankenversicherung.*

Die Gesundheitsversorgung ist in Lettland gut, wobei das Angebot an Apotheken und Krankenhäusern auf dem dünn besiedelten Land natürlich deutlich kleiner ist als in den Städten. Wer naturnah und in abgelegene Gebiete reist, sollte sich also vorab mit den nötigsten Medikamenten eindecken. Daneben gehört auch ein guter Mücken- und Zeckenschutz in die Reiseapotheke. Urlauber sollten über eine Impfung gegen die durch Zecken übertragbare Krankheit FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) nachdenken und sich dazu vom Hausarzt beraten lassen.

*Bitte beachten Sie, dass dieser Link zu einer externen Internetseite führt. Wir haben keinen Einfluss auf den Inhalt und die Gestaltung der Internetseite sowie auf die Verarbeitung oder Speicherung der erhobenen Daten.

Einkaufen/Souvenirs

Ein typisches Souvenir ist der lettische Silber- und Bernsteinschmuck, ebenso getöpferte Waren wie Teller, Vasen oder Kerzenständer. Für Leinen- und Wollwaren ist Lettland ebenfalls bekannt. Handgestrickte Handschuhe, Socken und Decken, die mit volkstümlichen Mustern verziert sind, sind ein schönes Andenken. Etwas ganz Besonderes ist der Gürtel aus Lielvarde. Der aus Wolle gewebte Gürtel verfügt über bis zu 22 Ornamente und gehört zur lettischen Volkstracht.

Ein beliebtes Mitbringsel ist auch der Rigaer Schwarzer Balsam, ein starker Kräuterschnaps.

Souvenirs werden im ganzen Land angeboten. Selbst auf dem Besucherparkplatz des Gauja Nationalparks finden sich Stände, an denen Schmuck, Bernstein und andere Handwerkskunst angeboten wird. Die größte Auswahl hat man natürlich in Riga. In zahlreichen Geschäften, Souvenirshops, Boutiquen und an Marktständen wird der Besucher fündig.

Straßenverkehr

Es herrscht Rechtsverkehr und die Pflicht, das Abblendlicht auch tagsüber einzuschalten. Innerhalb geschlossener Ortschaften gilt Tempo 50, außerhalb Tempo 90. Vom 1. Dezember bis zum 1. März gilt zudem die Winterreifenpflicht. Zur verpflichtenden Ausstattung eines Fahrzeuges zählen Warndreieck, Verbandskasten und ein Feuerlöscher. Achtung: In Lettland gilt die 0,5 Promillegrenze. Wer unter Alkoholeinfluss fährt, muss mit hohen Strafen (Entzug des Führerscheins, Ordnungshaft) rechnen.

Tankstellen sind in ausreichender Zahl im ganzen Land vorhanden. Kraftstoffe kosten vergleichbar viel wie in Deutschland, mancherorts etwas günstiger. Das Straßennetz ist gut ausgebaut. In abgelegenen Gebieten kann es hier und da etwas schmal und holperig werden.

Berüchtigt sind die Taxifahrer in Riga. Nicht selten wurden und werden Touristen von lettischen Taxifahrern durch die halbe Hauptstadt kutschiert, um dann überhöhte Preise zu kassieren. 2009 hat die Fluggesellschaft Air Baltic einen eigenen Taxi-Dienst mit Namen Baltic Taxi gegründet, um diesem Umstand Herr zu werden.

Barrierefreiheit

Lettland bemüht sich, dass Hotels, öffentliche Gebäude und Museen barrierefrei zugänglich sind. Bestehende Gebäude werden langsam nachgerüstet, bei Neubauten wird heutzutage darauf geachtet. Aber es empfiehlt sich unbedingt, die Barrierefreiheit eines Hotels vor einer Buchung konkret zu klären.

Gerade Riga ist mit seinen Kopfsteinpflasterstraßen und teils schmalen und hohen Bürgersteigen nicht immer angenehm für Rollstuhlfahrer und Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Die Busse in Riga etwa sind aber barrierefrei, auf Wunsch kann an den Fahrzeugen eine Rampe ausgefahren werden.

Tipp: Auf der Internetseite des lettischen Fremdenverkehrsamtes * finden sich Informationen über die Barrierefreiheit der einzelnen Sehenswürdigkeiten.

Rechtzeitig zur Badesaison wurde in Kaugari (Jurmala) ein Strand eröffnet, der Rücksicht auf die Bedürfnisse von Menschen mit Sehbehinderungen nimmt. Dazu gehören Bojen im Meer, die Tonsignale abgeben um das Schwimmen im Meer sicherer zu machen. Zu weiteren Aktivitäten laden die beiden neu angeschafften Tandemräder ein, sowie Bälle mit Ton.

Die Stadt von Liepaja hat ebenfalls Ihr Angebot verbessert und bietet mehrere spezielle Rohlstühle für den Strand an. Diese ermöglichen bei Begleitung eines Assistenten, Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit den Weg zum Wasser. Auch hier finden sich im Wasser Radiobojen, die eine Orientierung im Meer erleichtern.

*Bitte beachten Sie, dass dieser Link zu einer externen Internetseite führt. Wir haben keinen Einfluss auf den Inhalt und die Gestaltung der Internetseite sowie auf die Verarbeitung oder Speicherung der erhobenen Daten.


Lettland für...

Jeder Urlauber wird in Lettland fündig, egal ob es Sie in die weitgehend unberührte Natur zieht, Sie auf den Spuren der lettischen Geschichte wandeln, sich sportlich betätigen oder mit der Familie einen entspannten Urlaub verbringen wollen. Hier finden Sie weitere Informationen für Ihren Urlaub in Lettland.

Kultur- und Geschichtsinteressierte

Deutscher Orden und Schwertbrüderorden, Hanse, Zweiter Weltkrieg, Sowjetherrschaft – es gibt so viele Aspekte der lettischen Geschichte, die das Land für Geschichtsinteressierte sehenswert machen.

All jene Phasen drücken sich zum Beispiel in der Architektur aus. Die Ordensburgen etwa vermitteln mit ihren mächtigen Mauern und Wehrtürmen einen Eindruck von der kampfbetonten Zeit der Ordensritter. Es ist interessant, das Land auf den Spuren des Deutschen Ordens bzw. Schwertbrüderordens zu bereisen. Eine spannende Tour durch die Geschichte! Die berühmtesten Ordensburgen sollten eh auf keiner Rundreise durch Lettland fehlen.

Zur Zeit der Hanse zählten einige der lettischen Städte zu diesem Bund und waren damit wichtige Handelsstädte, allen voran Riga, aber auch Ventspils, Kuldiga, Cesis und Valmiera. Die Blütezeit der Hanse manifestiert sich noch heute vor allem in dem prächtigen Schwarzhäupterhaus in Riga.

Und das traurige Erbe der Sowjetherrschaft ist sichtbar im Stadtbild, aber auch im Brauchtum der Letten: So geht das Sängerfest zwar nicht auf en Kampf der Unabhängigkeit von den Sowjets zurück, sondern hat eine weitaus längere Geschichte, aber die Singende Revolution und die nationale Identität wurden durch die Sowjetherrschaft weiter gestärkt.

Und vielleicht reist der ein oder anderer Besucher ja sogar auf den Spuren der eigenen Familiengeschichte: Viele sogenannte Deutschbalten lebten in Lettland, manch ein Vorfahre kommt vermutlich hierher. Im Zuge der Einwanderung des Schwerbrüderordens kamen viele Deutsche ins Baltikum, vor allem aus Niedersachsen, Westfalen und Schleswig-Holstein. Sie gehörten später vor allem zum Bürgertum und zu den Großgrundbesitzern. Mit dem Ende des 19. Jahrhunderts zogen immer mehr Deutschbalten fort, dies gipfelte in dem Hitler-Stalin-Pakt von 1939, bei dem die „Rückholung“ der Deutschbalten besiegelt wurde.

 

Naturfreunde

Die Natur Lettlands ist selbstredend ein Urlaubsmotiv. Tiefe Wälder, Moore, einsame Flussläufe und eine herrliche Küstenlinie – teils schroff, teils ruhig und zum Baden einladend – bieten naturinteressierten Urlaubern ein tolles Terrain für einen Urlaub in der freien Natur. Gerade ornithologisch Interessierte, Pilz- und Beeren-Sammler, Angler und natürlich Wanderer kommen auf ihre Kosten.

Vor allem der Gauja Nationalpark lockt Jahr für Jahr unzählige Touristen an. Kein Wunder, bietet er doch mit der atemberaubenden Landschaft rund um das Gauja-Urstromtal eine herrliche Urlaubskulisse. Die schroffe und vielfältige Natur wirkt vielerorts absolut unberührt. Naturverliebte Aktive und Familien sollten eine Kanu- oder Floßfahrt auf der Gauja in Angriff nehmen. Wer etwas über die Natur lernen möchte, ist auf den Lehrpfaden von Ligatne richtig.

Landschaften ganz anderer Art finden sich im Kermeri oder im Slitere Nationalpark. Während in Kemeri Moore dominieren und zu ausgedehnten Spaziergängen einladen, sind im Slitere Nationalpark, rund um das Kap Kolka, das raue Meer, eine Sand- und Dünenlandschaft und Kiefernwälder prägnant. So unterschiedlich die Landschaften sind, so vielfältig ist also ein naturverbundener Urlaub in Lettland.

Radurlauber

Die herrliche Natur ist eine wunderbare Kulisse für eine Radreise oder einen Urlaub mit ausgedehnten Fahrradtouren. Man entdeckt dabei Orte, die einem Auto- oder Bustouristen vielleicht verschlossen bleiben und nähert sich der Bevölkerung auf Augenhöhe.

Manche Gegenden in Lettland weisen Steigungen auf, die Straßen- bzw. Wegeverhältnisse sind nicht immer optimal. Daher bietet sich für einen Radurlaub in Lettland, auch wenn das Land an sich relativ wenig Steigung hat, ein geländegängiges Fahrrad an. Eine gute Kondition schützt davor, auf den Etappen schlapp zu machen. Unter Umständen ist ein Pedelec oder E-Bike hilfreich.

Durch das nördliche Lettland verläuft eine grenzüberschreitende Langstrecken-Route (ein EU-Projekt) bis nach Estland hinein, die Tour de LatEst. Für Radreisende eine schöne Möglichkeit, einen Besuch in den beiden Ländern miteinander zu verbinden.

Einige Reiseveranstalter bieten organisierte Radreisen an. Der Baltikum-Spezialist Schnieder Reisen hat zum Beispiel eine individuelle Tour durch Estland, Lettland und Litauen im Programm – mit Tagesetappen von 60 bis 80 Kilometern und vorgebuchten Unterkünften. In Lettland werden dabei unter anderem Cesis, Riga, Jurmala, Kuldiga und Liepaja besucht.

Gut für Tagesausflüge: Wer kein eigenes Fahrrad dabei hat, kann sich bei einem Fahrradverleih eines borgen. In Jurmala etwa gibt es diese Möglichkeit, ebenso in Riga und anderen touristischen Regionen. Das Netz ist aber noch ausbaufähig.

Überraschend gut sind die Fahrradwege in manchen Städten wie etwa Ventspils oder der von Riga nach Jurmala. Auch in Riga gibt es manche Routen, die als Fahrradfahrer gut nutzbar sind. Einige Stellen in der Hauptstadt sind allerdings, wie so häufig in großen Städten, mit dem Rad nicht sehr empfehlenswert. Zur Not muss man absteigen oder seinen Drahtesel parken.

Mancherorts kann man sogar mit dem Fahrrad am Strand entlang fahren. In Liepaja etwa ist der breite Sandstrand je nach Witterung durchaus dafür geeignet. Hat man Gegenwind, ist das Unterfangen allerdings kein Vergnügen.

Aktive

Wandern, Radfahren, unterwegs mit Kanu- und Floß, Skifahren, Schwimmen, Kite- und Windsurfen – die Angebotspalette für Aktive ist riesig in Lettland.

Wintersportler können, auch wenn das Land eher flach ist, in den schneereichen Wintern auf die Bretter steigen. Rund um Sigulda im hügeligen Gauja Nationalpark liegen gute Wintersportgebiete, verschiedene Skipisten fordern auch erfahrene Ski- und Snowboardfahrer heraus. Hier befindet sich außerdem eine Rodelbahn, auf der sogar internationale Wettbewerbe ausgetragen werden. Auf dem Golfplatz Viesturi in der Nähe von Riga werden im Winter mehrere Langlaufbahnen eingerichtet.

Viel Wasser und Wind sorgen für gute Bedingungen für Wind- und Kitesurfer sowie Segler. In der Rigaer Bucht finden sich mehrere Vereine, die Ausrüstung verleihen und Kurse geben. In Vizdeme ist Surfen zum Beispiel auf dem Inesis-See und auf dem Ungurs-See bei Cesis möglich. In der Windstadt Liepaja mit ihrem breiten Strand sind Kitesurfer genau richtig. Hier gibt es einen Strandabschnitt (zwischen der Perkones und der Jurmala iela), der dafür vorgesehen ist. Der Usmas-See in Kurzeme ist sehr beliebt bei Seglern. Hier gibt es einen großen Yachtclub und eine Segelschule, es finden Regatten und Wettbewerbe statt. Oder wie wäre es einmal mit Eissegeln auf den zugefrorenen lettischen Seen?

Die Flüsse und Seen Lettland sind bestens für Kanu- und Floßfahrten geeignet. Auf der Gauja etwa erkundet man so die Landschaft auf aktive Weise. Ihr Nebenfluss, die Amata, ist vor allem nach Regenfällen einer der rasantesten Flüsse Lettlands. Die Flüsse Rauna und Ablus, ebenfalls im Gauja Nationalpark, sind besonders nach den Frühjahrsregen nicht für Anfänger geeignet. Auch die Venta und Daugava sind toll für Floß- und Kanutouren. Wassertouristen sollten unbedingt an Schwimmwesten, passende (Regen)Kleidung, Sonnencreme, Mückenschutz und wasserdichte Behältnisse für Wertsachen denken.

Und natürlich bieten die weitläufige Natur und die vielseitigen Nationalparks eine herrliche Kulisse für Wanderungen und Radtouren. Es lassen sich problemlos kurze und lange, mehrtägige Etappen planen, je nach Kondition und Spaß. Durch den Slitere Nationalpark führen allein neun verschiedene Wanderrouten. Informationen zu ein- und mehrtägigen Wanderungen bietet zum Beispiel der Verein „Ländlicher Tourismus” („Lauku celotajs”) an. Wer es organisiert und komfortabel mag: Der Baltikum-Spezialist Schnieder Reisen hat eine zehntägige Gruppenreise durch Litauen und Lettland in seinem Programm  Auf sieben ausgesuchten Wanderungen werden maximal je 10 Kilometer zurückgelegt. Viel Spaß also dabei, Lettland aktiv zu erkunden!

Camper

Für Camper hält Lettland zahlreiche Campingplätze bereit, die einen naturnahen und zugleich kostengünstigen Urlaub ermöglichen. Mit Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil kommt man unter, außerdem werden häufig kleine Häuser oder Blockhütten vermietet, sodass man nicht unbedingt eine komplette Campingausrüstung benötigt, um auf Zeltplätzen zu wohnen. Dies ist vor allem schön für Fahrradurlauber, die nicht viel Gepäck mitnehmen möchten.

Die meisten der Campingplätze befinden sich im Norden und Nordwesten, der Süden und Osten sind weniger gut bestückt. Auch in den Städten gibt es gute Campingplätze. So ist in Riga der Riga City Camping ein stadtnaher Stellplatz, von wo aus die Altstadt gut zu Fuß, per Fahrrad oder Bus zu erreichen ist. In Jurmala kommt man auf dem etwas in die Jahre gekommenen Nemo Campingplatz unter. Und in Ventspils wartet südlich der Innenstadt der moderne und gut ausgestattete Campingplatz Piejuraa, der einen direkten Zugang zum Meer hat, auf Urlauber. Der Gauja Nationalpark hat gleich mehrere Plätze zu bieten, die meist ein herrliches Panorama vorweisen. Campen ist hier besonders schön, da man die Natur in vollen Zügen genießen kann.

Familien

Lettland ist ein klasse Ziel für einen abwechslungsreichen Familienurlaub. Die schöne Natur bietet vielfältige Möglichkeiten aktiv zu werden, kleine Städte und Sehenswürdigkeiten bieten auch Kindern einen Einblick in die Kultur des Landes. Gerade die vielen, teils verfallenen Ordensburgen sind doch ein tolles Terrain für altersgerechte Geschichtseindrücke. Welches Kind findet nicht einen Nachmittag auf einer Burg spannend und möchte danach Ritter oder Burgfräulein werden? Zudem sind die Letten ein wirklich kinderfreundliches Volk. Davon zeugen schon die zahlreichen Spielplätze, die wahre Kinderparadiese sind und für oft Kinder jeden Alters etwas bereit halten: Schaukeln und Wippen für die Kleinsten, meterlange Rutschen, Trampoline und riesige Klettergerüste für die Größeren. Tolle Spielplätze finden sich zum Beispiel in Ventspils (das „Kinderstädtchen“) oder in Riga (Freizeitanlage Lido).

Und auch die Natur bietet viel. Eine Floßfahrt auf der Gauja mit anschließendem Picknick ist ein wunderbares Programm für einen ausgedehnten Familienausflug. Für kleine Abenteuerlustige: Die Hochseilgärten Mezakakis locken nach Sigulda und Riga. Und der Naturpark Laumu bei Talsi bietet mit seinen Naturpfaden einen lehrreichen aber zugleich spannenden Einblick in die Natur – nicht nur für Kinder.



Erholungssuchende

Wer mal so richtig abschalten möchte, ist in Lettland genau richtig. Die Landschaft mit ihren tiefen Wäldern, Wiesen und den malerischen Flussläufen und Seen bietet sich hervorragend für ausgedehnte Spaziergänge oder Nordic-Walking-Touren an: Hier ist Durchatmen und Wohlfühlen angesagt.

Wem das nicht weit genug geht, der sollte nach Jurmala reisen und sich dort in einem der Wellness-Tempel verwöhnen lassen. Das Seebad ist bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt für Erholungstourismus. Eine mondäne Bäderarchitektur, gesundes Seeklima, Kureinrichtungen und ein schöner Strand, der im Sommer zum Baden einlädt, locken Erholungssuchende. Vor allem das Baltic Beach Hotel und das Hotel Jurmala Spa haben einen umfangreichen Kur- und Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad und russischer Banja, Meerwasser-Schwimmhalle, Beauty-Center und Schönheitssalon.

Wellness-Aufenthalte sind aber nicht nur in Jurmala möglich, sondern natürlich auch in Riga, Ventspils und Liepaja. Außerdem gibt es mittlerweile auch auf dem Lande einige solcher Einrichtungen: so etwa das Spa-Hotel Usma am Usma-See in Kurzeme oder das Designer-Hotel Annas in Vizdeme mit großem Spa-Zentrum und einem angeschlossenen Slow-Food-Restaurant.


Typisch Lettland

Bekannt ist Lettland vor allem für seinen Wellness – und Medizintourismus. Aber auch der Jugendstil der gerade in Riga noch sehr schön zu sehen ist, die deftige lettische Küche und natürlich das Sängerfest sind typisch für Lettland. Hier finden Sie weitere Informationen zu diesen Themen.

Kulinarik

Deftiges Essen ist in Lettland sehr verbreitet: Roggenbrot, Schweinerippchen, geschmortes Schweinefleisch, Speckkuchen, Sauerkraut, Bratkartoffeln, Suppen und Eintöpfe stehen auf den traditionellen Speisekarten. Süße Nachspeisen dürfen dabei nicht fehlen. Gerade zu den Feiertagen wie Ostern oder dem Johannisfest werden gerne traditionelle Gerichte serviert.

Die lettische Küche wurde auch durch andere Nationen inspiriert. So ist ein ukrainischer Borschtsch ebenso selbstverständlich wie der polnische Karpfen oder ein russischer Speckkuchen mit Kohl und Pilzen. Auch die deutsche Küche findet sich hier wieder: Zur Zeiten des deutschbaltischen Adels arbeiteten viele Letten in den Küchen der Herrenhäuser. Bereits im 18. Jahrhundert entstand das erste deutsche Kochbuch in lettischer Sprache, übersetzt von Christoph Herder, dem damaligen Pastor von Rubene.

Lettland ist darüber hinaus für sein Bier, den Kümmelkäse und geräucherte Sprotten (Riga Sprotten) berühmt. Typisch ist außerdem der Rigaer Schwarzer Balsam – ein bittersüßer Kräuterschnaps, der ursprünglich als Medizin hergestellt wurde, und der neben verschiedenen Kräutern auch diverse Beeren, Blüten und Öle enthält.

Die Lieven wiederum haben eine ganz eigene Küche. Am Kap Kolka, auf dem Bauernhof Usi, können Besucher lernen, den traditionellen Brei Bukstinbiezputra und den Fladen Sklandrausi herzustellen. Guten Appetit!

Natürlich hat auch die moderne Küche heute vielerorts Eingang gefunden. Pizza,  Sushi, Kebab-Restaurants und moderne Cafés gibt es mittlerweile zahlreich im ganzen Land.

Jugendstil

Riga erlebte Anfang des 20. Jahrhunderts einen Bauboom. In dieser Zeit entstanden in der lettischen Hauptstadt zahlreiche prachtvolle Gebäude im Jugendstil mit einer reichen Ornamentik, hübsch verzierten Fassaden, Erkern und schmucken Fensterelementen, wie sie typisch sind für diesen Architekturstil.

Etwa 800 Jugendstil-Gebäude kann der Besucher heute in Riga bewundern. Die meisten davon befinden sich im Zentrum, im Botschaftsviertel und in der Alberta iela. Ein Spaziergang auf den Spuren der Jugendstil-Häuser ist unbedingt empfehlenswert!

Zwischen 1905 und 1911 entstanden zudem Häuser mit einer unverwechselbaren nationalen Ausprägung des Jugendstils: Lettische Symbole und Materialen fanden zu dieser Zeit vor allem bei den einheimischen Architekten Eingang in die Entwürfe.

Michail Eisenstein, Konstantins Peksens, Alexandrs Vanags und Eizens Laube sind die bekanntesten Namen unter den Jugendstil-Architekten. Michail Eisenstein hat allein sechs der Häuser an der Alberta iela entworfen, aber auch drei an der Elizabetes iela.

Seit 2009 gibt es in Riga das Jugendstil-Museum. Es wurde in der ehemaligen Wohnung des Architekten Konstantins Peksens in der Alberta iela eingerichtet. Wer Riga im Rahmen einer Städtereise erkunden möchte, wird bei dem Baltikum Spezialisten Schnieder Reisen sicher fündig.

Neben Riga ist auch Liepaja bekannt für seine Jugendstil-Gebäude.

Sängerfest

Der Begriff „Singende Revolution“ hat sich im Zuge der Unabhängigkeit von der Sowjetunion etabliert und das Baltikum für diese friedfertige Art der Demonstration berühmt gemacht. 1989 bildeten zwei Millionen Menschen eine Kette von Tallinn über Riga nach Vilnius und protestierten für die Unabhängigkeit der Baltischen Staaten. Dabei haben die Sängerfeste in Lettland wie auch im ganzen Baltikum eine weit längere Geschichte: Schon 1873 fand in Lettland das erste Tanz- und Sängerfest statt. Die Sängerfeste sind ein Ausdruck nationaler Identität und nicht wegzudenken aus der lettischen Kultur, außerdem zählen sie seit einiger Zeit zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Diese Kultur konnte bewahrt werden und so findet noch heute alle fünf Jahre das Sängerfest in Riga statt.

Wellness- und Medizintourismus

Vor allem Jurmala ist seit Langem bekannt für Kur- und Erholungstourismus. Das gesunde Seeklima, Heiltorf, Faulschlamm und Schwefelquellen finden traditionell Eingang in die Kuranwendungen. Schon 1838 ließ Zar Nikolaus I. in Kemeri die erste Badeanstalt, ein Moorbad, bauen. 1870 wurde das erste Sanatorium eröffnet. Die Region wurde beliebt für Erholungstourismus und konnte diesen Status bis heute halten.

In Jurmala befinden sich die meisten Kureinrichtungen Lettlands. Daher gibt es hier zahlreiche Hotels mit Kur- und Wellnessangeboten. Medizinische Kuren, Physiotherapie, Rehabilitation, Wasseraerobic, Luftklimatherapie, Salzkuren und vieles mehr ist möglich. Auch Entschlackungs- und Saftkuren oder Schönheitsbehandlungen sind möglich.

Das Seebad ist Mitglied des Europäischen Heilbäderverbandes und ist spezialisiert auf Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Verdauungsapparates, Stoffwechselstörungen sowie Hauterkrankungen ebenso wie auf Erkrankungen des Nervensystems.

Lettland ist zudem bekannt für Medizintourismus: Medizinische Dienstleistungen im Bereich Augenheilkunde, Zahnbehandlungen, Plastische Chirurgie und Suchtbehandlungen werden angeboten.

© 2020 Schnieder Reisen - CARA Tours GmbH | Bramfelder Straße 115 | D - 22305 Hamburg | Telefon: +49 40 3802060 | powered by Easytourist