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Autorundreise durch das Baltikum

geschrieben von Bernd Strecker (2015)

Auch wenn unser Team das Baltikum aus dem Effeff kennt, so kehren wir doch immer gerne dahin zurück. Schließlich möchten stets auf dem neuesten Stand sein! So zog es unseren Kollegen Bernd Strecker im Herbst 2015 erneut ins Baltikum. Das überaus sakrale Vilnius, die Jugendstilstadt Riga und das mittelalterliche Tallinn waren selbstredend Teil des Reiseprogramms. Aber es blieb auch Zeit für einen Besuch am Mittelpunkt Europas und am Ostsee-Strand der Kurischen Nehrung. Und der oft angepriesene Ausblick der verschiedenen Hotelbars musste natürlich auch inspiziert werden.

1. Tag: Von Hamburg nach Vilnius

Hinterhof in der Altstadt

Heute starten wir per Flug von Hamburg über Warschau nach Vilnius. Da wir unseren Reisetermin genau auf den Beginn der Hamburger Herbstferien gelegt haben, sind wir vorsorglich etwas früher zum Flughafen gefahren. Was jedoch absolut unbegründet war. Keine Schlangen beim Check-in und auch keine bei der Sicherheitskontrolle.
Am Check-in erfahren wir, dass unser Flieger leider ca. 1,5 Stunden Verspätung hat und wir dadurch unseren Anschlussflug von Warschau mit der LOT nach Vilnius nicht erreichen werden. Kurzerhand werden wir auf den späteren Abflug ab Warschau umgebucht und wir vertreiben uns die Zeit bis zum Abflug in der Hamburg Lounge.
 Nach knapp einer Stunde geht es dann mit der LOT nach Warschau. An Bord erhält man generell bei den Kurzstrecken bis auf ein Glas Wasser keine Verpflegung. Weitere Getränke können kostenpflichtig bestellt werden. 
Kurz vor der Landung erhalten wir die Information, dass wir unseren Anschlussflug doch noch erreichen, wir uns aber beeilen müssen. Wir also im Dauerlauf quer über den Warschauer Flughafen zu unserem neuen Abfluggate. Schweißgebadet kommen wir dort an und werden mit einem Bus zum Flieger gebracht. Wie sollte es auch anders sein, wir kommen zwar wie geplant in Vilnius an, aber unser Gepäck schafft es leider nicht. Also ab zum „Lost and Found“-Schalter und alles weitere aufgegeben.
Mit dem Taxi fahren wir zu unserem Hotel Radisson Blu Lietuva. Die Kosten für ein Taxi belaufen sich auf 15 Euro – und sind damit bei vergleichbarer Strecke um einiges günstiger als bei der Taxifahrt zum Flughafen in Hamburg. Nachdem wir uns frisch gemacht haben, gehen wir vom Hotel aus in ca. 10 Minuten in die Altstadt von Vilnius. Eine wirklich schöne, barocke Altstadt. Da uns langsam der Magen knurrt, suchen wir in der Altstadt nach einem netten Restaurant, welche hier reichlich vorhanden sind. Gestärkt schlenderen wir weiter durch die Altstadt von Vilnius.

Kurz darauf erhalten wir den Anruf vom Flughafen, dass unser Gepäck angekommen ist. Um die Zustellprozedur abzukürzen, fahren wir kurzerhand zum Flughafen und holen unser Gepäck persönlich ab.
 Nachdem wir ausgepackt haben, fahren wir erneut in die Altstadt und genießen das abendliche Vilnius.

 

2. Tag: Vilnius – Kirchen und Sowjetgeschichte

Kuppel der St. Kasimir-Kirche
Skurilles im Künstlerviertel Uzupis

Morgens stärken wir uns an dem reichhaltigen Frühstücksbüffet. Anschließend begeben wir uns mit der von uns bestellten Reiseleitung erneut in die Altstadt von Vilnius. Ich war schon häufiger in Vilnius, jedoch ist dies für meine Frau der erste Besuch und so dachte ich, dass eine professionelle Reiseleitung diese interessante Stadt besser rüber bringen kann als meine Wenigkeit.

Es sind drei sehr interessante Stunden, wobei gefühlt alle Kirchen der Stadt in irgendeiner Form Erwähnung finden. Und das ist bei ca. 40 Kirchen eine ganze Menge. Wer sich für Kirchen interessiert, sollte jedoch möglichst einen Sonntag meiden. Sie sind dann brechend voll und es finden bis zu fünf Gottesdienste nacheinander statt, sodass eine Innenbesichtigung kaum möglich ist.


Den Nachmittag schauen wir uns dann den Rest der Altstadt auf eigene Faust an. Natürlich dürfen ein Besuch im Künstlerviertel Uzupis, auf dem Gediminashügel und im gotische Viertel mit der St. Annen Kirche und dem Gediminas-Prospekt nicht fehlen. Wer mag, dem empfehlen wir auch den Besuch des KGB-Museums. Hier kann man neben Verliesen auch Dokumente und Fotos aus der damaligen Zeit anschauen.
Am Abend kommen wir erschöpft und voller Eindrücke zurück ins Hotel. Den Abend lassen wir in der Hoteleigenen Sky-Bar ausklingen und genießen die wunderschöne Aussicht auf das beleuchtete Vilnius.

 

3. Tag: Zum Mittelpunkt Europas

Installation im Europos Parkas
Der geografische Mittelpunkt Europas

Pünktlich kommt unser vorbestellter Mietwagen zum Hotel. Nach einer kurzen Übergabe verlassen wir Vilnius und fahren 10 km gen Norden, zum Europos Parkas (Europapark). Es handelt sich um ein Freiluftmuseum, in dem über 100 moderne und teilweise skurrile Skulpturen ausgestellt sind. 2002 fand der Park sogar Erwähnung im „Guinness-Buch der Rekorde“ mit der weltweit größten Skulptur bestehend aus 3.000 Fernsehgeräten. Leider ist diese Skulptur bei unserem Besuch nicht vollständig, trotzdem ist es ein wirklich netter und abwechslungsreicher Spaziergang. Generell sollte man für diesen Park 1 bis 1,5 Stunden Zeit veranschlagen.


Weiter geht die Fahrt in Richtung Norden zum geografischen Mittelpunkt Europas. Dieser liegt ca. 25 km nördlich von Vilnius und ca. 15 km vom Europos Parkas entfernt. Meiner Meinung nach ist dieser Besichtigungspunkt nur suboptimal ausgeschildert (von der Hauptstraße kommend folgt man der Straße noch ca. 100 Meter und parkt dort. Bis zum besagten geografischen Mittelpunkt Europas führt ein kleiner Feldweg, davon abgehend führt rechts eine Brücke zu diesem Platz. Falls man bis zum Golfplatz gefahren ist, ist man eindeutig zu weit gefahren). So stehen wir nun ganz alleine vor dieser Granitsäule, die den Mittelpunkt Europas darstellen soll. Vermutlich ist im Sommer hier mehr los. Aber im Oktober ist hier absoluter Totentanz.

Weiter geht die Fahrt nach Kernave. Im 13 Jahrhundert war Kernave Litauens erste Hauptstadt. Heute wohnen in diesem Ort knapp 300 Einwohner und obwohl er zum UNESCO-Welterbe gehört, bietet er dem ersten Anschein nach kaum etwas für Touristen.
Von Kernave fahren wir direkt weiter zu unserem Tagesziel Kaunas. Kaunas war, wie Kernave, einst Hauptstadt Litauens. Heute ist sie die zweitgrößte Stadt des Land und als Universitätsstadt bekannt. Kaunas selbst ist auf dem ersten Blick keine Schönheit, bietet aber in der Altstadt einiges Sehenswertes. Zu Fuß schlendern wir die ca. 1,5 km lange Fußgängerzone von der russisch-orthodoxen Kirche bis zum Zusammenfluss der beiden Flüsse Neris und Nemunas. Falls man Zeit hat, lohnt auf jeden Fall die Fahrt mit der Seilbahn auf den Aleksotas-Hügel. Von hier hat man bei klarer Sicht einen schönen Blick auf das Stadtzentrum von Kaunas. Nach dem Abendessen übernachten wir im Hotel Park Inn Kaunas.



4. Tag: Entlang der Memel nach Klaipeda

Ausblick auf den Fluss Nemunas

Nach dem Frühstück geht unsere Fahrt weiter in Richtung Klaipeda. Wir fahren jedoch nicht auf der Autobahn, sondern nehmen die etwas längere Etappe entlang des Flusses Nemunas auf uns. Auf dem Weg lohnen auf jeden Fall ein Stopp am Schloss Raudondvaris, an der Burg Raudone und dem Schloss Panemune. Weiter geht die Fahrt in Richtung Silute. Auf dem Weg genießen wir immer wieder den Blick auf die Memel.

In Silute legen wir einen kurzen Stopp ein, bevor wir ins Memeldelta und auf die eingedeichte Insel Rusne fahren. Viel Natur, landschaftlich reizvoll kommt uns diese Insel vor. Man könnte glatt glauben, hier sei die Zeit stehen geblieben.


Weiter geht die Fahrt, erst zurück in Richtung Silute, dann weiter nach Klaipeda. Auf dem Weg dorthin lohnt auf jeden Fall ein Abstecher nach Vente am Windenburger Eck mit Besichtigung des kleinen Leuchtturms und der ornithologischen Station.

Am frühen Abend kommen wir in Klaipeda an. Bedauerlicherweise haben wir uns im Hotel Park Inn Klaipeda eingebucht, was sich als Fehler herausstellt. Die Lage des Hotels ist nur suboptimal und die Zimmer sind sehr einfach ausgestattet. Dafür ist jedoch der Preis sehr günstig. Da die Altstadt nicht fußläufig entfernt ist, fahren wir mit dem Auto in die Altstadt, zum Theaterplatz mit dem Ännchen-von-Tharau-Brunnen. Hier gibt es zahlreiche Restaurants, für jeden Geschmack und Geldbeutel.



5. Tag: Die Kurische Nehrung

Rast auf dem Hexenberg
Im Herbst hat man die Nehrung fast für sich alleine

Heute steht eines der Highlights auf unserem Programm: eine Tagestour auf die Kurische Nehrung. Um auf die Nehrung zu gelangen, gibt es insgesamt zwei Fähren, zum einen die Personenfähre, die unmittelbar von der Altstadt von Klaipeda übersetzt, und ca. 3 km südlicher die etwas größere, die auch Autos befördert.


Mit der größeren der beiden Fähren setzen wir mit dem Auto von Klaipeda auf die Kurische Nehrung über. Drüben angekommen, fahren wir erst einmal nach rechts in den Ort Smiltyne. Hier kann man sich u.a. das Meeresmuseum anschauen. Wir fahren an den ausgestellten Schiffen vorbei, bevor wir uns gen Süden nach Juodkrante (Schwarzort) begeben. Vorher muss man jedoch am Automaten noch die Naturschutzgebühr entrichten.


In Juodkrante lohnt auf jeden Fall ein kurzer Spaziergang auf dem sogenannten Hexenberg. Hier haben örtliche Künstler aus Holz die verschiedensten Skulpturen angefertigt und ausgestellt.
Im Sommer lohnt sich außerdem unmittelbar hinter Juodkrante ein Stopp an der Reiher- und Kormoran-Kolonie. Kurz vor Perwelk besuchen wir die Toten Dünen und die Negelnsche Dünen. Nach kurzer Fahrt sind wir auch schon in Nida (Nidden).

Nida ist der Hauptort auf der Kurischen Nehrung. Ein absolutes Highlight ist und bleibt die Hohe Düne. Natürlich ist der Ort selbst mit seinen Fischerhäusern und den Kurenkähnen sehr sehenswert. Darüber hinaus sollte man dem deutschen Friedhof, dem Thomas-Mann-Haus und natürlich der Bernsteingalerie von Herrn Mizgeris einen Besuch abstatten. Nach einem kleinen Spaziergang am Ostseestrand fahren wir am frühen Abend wieder zurück nach Klaipeda. Nach dem Abendessen geht ein wirklich beeindruckender Tag zu Ende.



6. Tag: Hindernisreiche Fahrt nach Riga

Kurzes Auftanken in traumhafter Landschaft, bevor es weitergeht

Unser heutiges Tagesziel ist Riga. Von Klaipeda fahren wir zuerst nach Palanga. Hier darf ein Spaziergang auf der Seebrücke nicht fehlen. Das Bersteinmuseum sparen wir uns dieses Mal, ist aber, wenn man genug Zeit hat, auf jeden Fall einen Besuch wert.

Weiter geht die Fahrt über die litauisch/lettische Grenze. Dank dem Schengener-Abkommen ohne jegliche Kontrollen. Dann kommt jedoch das böse Erwachen: Zwischen der Grenze und Liepaja wird die Straße neu gebaut. Anstelle von 30 Minuten Fahrzeit nach Liepaja brauchen wir fast zwei Stunden. Wie sich später herausstellt, ist das für den heutigen Tag nicht die einzige Baustelle, die uns erwartet.


Durch den zeitlichen Verlust, fällt die Besichtigung der Hafenstadt leider etwas kürzer aus. Sehenswert ist jedoch die Fußgängerzone mit einigen hübschen Holzhäusern. Natürlich darf auch ein Besuch der Dreifaltigkeitskirche mit ihrer Grünberg-Orgel nicht fehlen. Da die Zeit nun doch schon ganz schön fortgeschritten ist, fahren wir nun direkt weiter nach Riga und lassen den Abstecher über Kuldiga sausen. Bedauerlicherweise sind auch auf dieser Strecke einige Baustellen, sodass sich die eigentlich Fahrzeit von ca. drei Stunden um weitere zwei Stunden verlängert.

So kommen wir erst am späten Abend in Riga an. Nach einem späten Abendessen lassen wir den Abend in der Sky Bar vom Radisson Blu Latvija ausklingen und genießen – wie bereits in Vilnius – den sagenhaften Blick über das beleuchtete Riga.


7. Tag: Riga und der Jugendstil

Jugendstil in Riga

Wer sich in einem großen Hotel wie dem Radisson Blu Latvija einquartiert, braucht auf ein ruhiges Frühstück nicht zu hoffen. Das Frühstücksbüffet ist reichhaltig, die Atmosphäre aber halt nicht entspannt.


Zuerst begeben wir uns in Richtung Hauptbahnhof und besuchen den dahinter liegenden Zentralmarkt. Dieser Markt ist in den ehemaligen deutschen Zeppelinhallen untergebracht. Hier findet man ein stetiges Treiben und alle möglichen Waren werden angeboten. Anschließend begeben wir uns in die Altstadt von Riga, wo man eigentlich von einer Sehenswürdigkeit zur anderen kommt: U.a. lohnt ein Besuch des Rigaer Doms und der Petri-Kirche (mit tollem Blick über die Altstadt), darüber hinaus findet man viel sehenswertes rechts und links in der Altstadt, z.B. das Schwedentor, die Häuserzeile "die drei Brüder" und vieles mehr.
Am späten Nachmittag begeben wir uns noch in die Alberta iela - die sogenannte Jugendstilstraße – und schauen uns hier noch diese wunderschönen Bauten an.



8. Tag: Durch den Gauja-Nationalpark nach Tallinn

Leider müssen wir von Riga Abschied nehmen und fahren in Richtung Gauja-Nationalpark, wo wir uns die Bischofsburg Turaida, die Gutmannhöhlen und Sigulda anschauen. Anschließend geht es wieder in Richtung Norden, in Richtung Estland. Auch hier an der lettisch/estnischen Grenze Entfallen dank des Schengen-Abkommens die Grenzkontrollen. Und so fahren wir schnurstracks weiter gen Norden. Diese Strecke ist nicht wirklich die abwechslungsreichste, man sieht links Bäume und rechts Bäume. In Pärnu machen wir einen kurzen Zwischenstopp, bevor wir weiter nach Tallinn fahren.
Am frühen Abend beziehen wir unser Hotelzimmer und starten unseren ersten Rundgang durch die Altstadt von Tallinn.



9. Tag: Tallinn – Oberstadt und Unterstadt

Heute wird die Altstadt von Tallinn ausgiebig erkundet. Diese ist in zwei Bereiche unterteilt, es gibt die Unterstadt und die Oberstadt. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, gute Wanderschuhe anzuziehen, da die Straßen der Altstadt zum größten Teil aus Kopfsteinpflaster bestehen. Mittelalter pur kann man hier erleben und wer mag, kann im Restaurant „Olde Hansa“ auch so speisen.

Von der Oberstadt hat man immer einen schönen Blick auf die Unterstadt. Vom Kirchturm der Olai-Kirche hat man einen tollen Blick über die ganze Stadt. Der Aufstieg ist nur über enge Wendeltreppen möglich, aber es lohnt sich bei gutem Wetter auf jeden Fall.

Von den 19 Wehrtürmen, die die Stadtmauer zäumen, gibt es einen, der sogar noch heute einen plattdeutschen Namen trägt: "Kiek in die Kök" (Guck in die Küche).

10. Tag: Stippvisite in Kadriorg

Kadriorg
Obacht ;)

Heute heißt es wieder „Koffer packen“. Bis zum Abflug haben wir aber noch Zeit und so fahren wir mit dem Mietwagen zuerst zum Barockschloss Kadriorg. Dieses Schloss liegt nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Neben dem Schloss und dem Schlosspark kann man hier auch das Kunstmuseum KUMU besichtigen.


Anschließend fahren wir zum Flughafen. Die Mietwagenrückgabe läuft problemlos. Der Flughafen von Tallinn ist wie alle baltischen Flughäfen klein und übersichtlich.

Der Rückflug mit der LOT geht pünktlich und so fliegen wir wieder über Warschau zurück nach Hamburg.

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