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Estland das nördlichste Land der Baltischen Staaten ist auch zugleich das kleinste, etwa in der Größe Niedersachsens und mit weniger als der Einwohnerzahl Hamburgs sehr dünn besiedelt. Dreh- und Angelpunkt einer Reise nach Estland ist die Hauptstadt Tallinn. Hier kommen die meisten Estland-Besucher zuerst an, sei es per Flug oder Fähre. Tallinn begeistert durch seine mittelalterliche Altstadt aus der Hansezeit , und so setzt es sich in Estland fort: Alte Hansestädte, Burgen und Gutshäuser und vor allem eine unberührte und abwechslungsreiche Natur.
Die zerklüftete Küstenlandschaft Estlands ist mit Sandstränden, Fels- und Steilküsten extrem vielseitig und bildet zusammen mit den vielen - oft kleinen und unbewohnten - Inseln eine Länge von gut 3800km! Der Lahemaa-Nationalpark lockt mit außergewöhnlicher Flora & Fauna, alte Gutsanlagen und trutzige Ordensburgen zeugen von einer reichen, nicht immer unkomplizierten Historie. Kurzum: Eine Reise nach Estland bietet viel Abwechslung und Raum für Erholung! Willkommen in Estland !
Auf dieser Seite möchten wir Ihnen zu den in den Reisebeschreibungen immer wieder vorkommenden Orten eine kleine Basis-Information geben. Dies ersetzt natürlich kein gutes Reisebuch (das bei unseren Pauschalreisen immer zu Ihren Reiseunterlagen gehört), sondern soll Ihnen nur eine grobe Orientierung geben, welche Besonderheiten der jeweilige Ort hat. Selbstverständlich ist diese Aufzählung nicht vollständig, sondern soll nur kurz die wichtigsten Orte und Ziele benennen. Wir nennen die Hauptstadt zuerst und alle folgenden in alphabetischer Reihenfolge.
Detaillierte Länderinformationen über Estland finden Sie hier.
Tallinn
Die estnische Hauptstadt Tallinn ist mit ca. 400.000 Einwohnern mit Abstand die größte Stadt Estlands. Sie ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Der große Reiz der Stadt liegt in ihrer mittelalterlichen Altstadt. Keine andere Stadt im Ostseeraum hat eine so geschlossen erhaltene Altstadt aus der Hansezeit.
Das mittelalterliche Reval - so der frühere Name - besteht aus einer Unter- und einer Oberstadt. Während die bürgerliche Unterstadt dem Handel und dem Handwerk zugedacht war, residierte auf dem Domberg (Oberstadt) der Klerus und der Adel. Das man sich nicht immer „grün" war, ist auch heute noch an den erhaltenen Toren zwischen beiden Seiten der Stadt erkennbar. Die mächtige Stadtmauer mit ihren wuchtigen Wehrtürmen umschließt auch heute noch fast vollständig die Altstadt.
In der Altstadt von Tallinn lohnen im besonderen das mittelalterliche Rathaus (Besichtigung nur für Gruppen), die Nikolaikirche, die Heiliggeistkirche, das Viru-Tor, der Wehrturm „Dicke Margarethe" und vieles mehr. Auf dem Domberg locken die Domkirche, das alte Schloss (heute Regierungssitz) mit dem „Langen Hermann" und zwei Aussichtsterrassen, die einen fantastischen Blick über die Türme der Altstadt bieten. Die hier prominent errichtete - und sehr schöne - russisch-orthodoxe Alexander-Newski-Kathedrale war schon oft Zankapfel, da sie an dieser Stelle manchem Esten ein Dorn im Auge ist. Insgesamt begeistert in der Altstadt aber vornehmlich das geschlossene Ensemble aus der Hansezeit! Außerhalb des Stadtzentrums ist vor allem die ehemalige zaristische Sommerresidenz Kadriorg (Katharinenthal) sehenswert. Heute ist hier ein bedeutendes Kunstmuseum untergebracht. Ebenso interessant ist die Ruine des Brigittenklosters (Pirita) und das ethnographische Freilichtmuseum.
Haapsalu (Hapsal)
Im Westen, ebenfalls am Meer, liegt der bekannte Kurort Haapsalu. Die eindrucksvolle Ruine der Bischofsburg aus dem 13.Jahrhundert zeugt von einer lebhaften Vergangenheit und so gibt es auch hier eine nette kleine Altstadt zum Bummel. Besonders sehenswert ist der Bahnhof aus dem Jahre 1907, der anlässlich des Besuches des Zaren gebaut wurde. Im 19.Jh. begann der Aufstieg zu einem beliebten Kurort der Aristokratie. Dies war der Entdeckung der heilenden Wirkung des Meerschlammes zu verdanken.
Hiiumaa (Dagö)
Nördlich von Saaremaa gelegen und sowohl von dort (Triigi) als auch vom Festland (Heltermaa) per Fähre zu erreichen. Die landschaftlich reizvolle Insel hat mit Kaina und Kärdla zwei kleinere Ortschaften. Die Halbinsel Kassari ist besonders sehenswert und ein Highlight ist der älteste, noch in Betrieb befindliche Leuchtturm der Welt. Er geht bereits auf die Ordensritter zurück. Gleichzeitig sendet er das höchste Leuchtfeuer über die Ostsee.
Lahemaa-Nationalpark
Der Lahemaa-Nationalpark erstreckt sich ca. 40km östlich von Tallinn entlang des finnischen Meerbusens. Er war Anfang der siebziger Jahre des 20.Jh. der erste Nationalpark der damaligen Sowjetunion. Die pfiffigen Esten verhinderten auf diese Weise den großflächigen Abbau von Ölschiefer durch die Sowjets, der die Natur nachhaltig zerstört hätte. Der Nationalpark ist nicht nur ein Paradies aus Wäldern, Hochmooren und Küstenlandschaften (Lahemaa bedeutet „Land der Buchten“), sondern auch Heimat vieler selten gewordener Tiere wie Wölfe, Bären und Schwarzstörche. Ein besonderer Schatz in und um den Nationalpark sind die alten Gutsanlagen, die heute teilweise in Kombination als Hotel und Museum dienen. Allen voran Palmse, Sagadi, Vihula und Kolga. Der Lahemaa Nationalpark ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge aller Art und im ganzen Baltikum die einzige Region, die sich gut für Radtouren mit einem festen Basisquartier eignet!
Insel Muhu (Moon)
Der Insel Saaremaa vorgelagert liegt die Insel Muhu. Zu erreichen ist Sie vom Fährhafen Virtsu auf dem Festland in ca. einer halben Stunde Schifffahrt. Die Insel ist hauptsächlich von schöner und unberührter Natur geprägt. Sehenswert ist die ca. 700 Jahre alte Wehrkirche von Pöide und das Dorf Koguva, eine Art lebendes Museumsdorf. Ein Highlight der Insel ist definitiv das direkt am Meer gelegene Gut Pädaste. Heute ist es eine elegante und feine 5-Sterne-Hotelanlage, die bereits hohe Auszeichnungen erhielt. Von hier lassen sich die Inseln Muhu und Saaremaa wunderbar erkunden.
Wie sagte einmal eine vielgereiste und welterfahrene Kundin über Pädaste: „Dies ist einer der schönsten Flecken der Welt!“!
Narva (Narwa)
Ganz im Nordosten Estlands gelegen, war und ist Narva Grenzstadt zu Russland. Davon zeugen eindrucksvoll die auf estnischer Seite gelegene Hermannsfeste und die am anderen Ufer der Narve gelegene russische Festung Iwangorod. Starke Kriegszerstörungen haben die Stadt in große Mitleidenschaft gezogen und der Stadtkern wirkt heute etwas vernachlässigt. Die drittgrößte estnische Stadt ist heute zu über 90% russisch besiedelt.
Otepää (Odenpäh)
Im Südosten Estlands liegt das Hügellland der „Estnischen Schweiz“ . Das Städtchen Otepää bildet das Zentrum der Region und ist Ausgangspunkt für viele Aktivitäten. Ob Wandern, Radfahren, in klaren Seen schwimmen oder im Winter zum Langlauf...
Pärnu (Pernau)
Im Südwesten von Estland liegt die Hafenstadt Pärnu, ebenfalls eine alte Hansestadt. Heute ist Pärnu vor allem ein beliebter Bade- und Kurort. Gleichzeitig bietet die gemütliche Altstadt schöne Möglichkeiten für den abendlichen Bummel. Pärnu ist die ideale Kombination aus Strandurlaub und städtischem Aufenthalt. Die Lage der Hotels unterscheidet sich nach Strandlage oder zentraler Lage in der Stadt.
Rakvere (Wesenberg)
Im Nordosten Estlands gelegen, ist Rakvere (Wesenbergh) Ziel vieler Rundreisen. Hauptanziehungspunkt ist die Ordensburgruine, die auf dem Theaterberg schon weithin sichtbar ist.
Insel Saaremaa (Ösel)
Saaremaa ist die größte Insel Estlands und ist auch gleichzeitig die drittgrößte Insel der Ostsee. Zu erreichen ist Sie über eine Fährverbindung von Virtsu nach Kuivastu auf der Insel Muhu (Moon). Die Überfahrt dauert eine halbe Stunde. Die beiden Inseln sind schließlich mit einem Damm verbunden. Die Insel besticht durch eine unglaublich vielseitige Landschaft, alten und einsam gelegenen Wehrkirchen und verträumte Küsten. Der Hauptort Kuressaare (Arensburg) bietet ein interessantes historisches Stadtzentrum und direkt am Wasser liegt die best erhaltendste Burg des Baltikums, die Bischofsburg aus dem 14.Jh. Auch Kuressaare ist ein beliebter Bade- und Kurort und das Angebot an Übernachtungen ist dementsprechend vielfältig. Wahrzeichen der Insel sind die alten Bockmühlen und eine bizarre Sehenswürdigkeit ist der Meteoritenkrater von Kaali.
Tartu (Dorpat)
Estlands Universitätsstadt (Tartu) ist die zweitgrößte Stadt des Landes und liegt im Osten, unweit des Peipussees. Hier erwuchs im 19.Jh. unter der Studentenschaft das estnische Nationalbewusstsein, dass dann schlussendlich nach Jahrhundertelanger Fremdbestimmung im Jahre 1918 in der ersten unabhängigen Republik Estland mündete. Auch Tartu gehörte unter dem Namen Dorpat zum Hansebund. Die Altstadt ist aufgrund von Bränden und Zerstörungen weitgehend aus dem 18. und 19.Jahrhundert geprägt. Prägend im Zentrum ist nach wie vor die Universität und das Universitätsleben. Besonders sehenswert in der Altstadt ist der Rathausplatz und die nach starken Kriegszerstörungen wieder restaurierte Johanneskirche. Auf dem Domberg lohnen vor allem die Domruine und die alte Sternwarte.
Törva
Das Städtchen Törva liegt im Süden des Landes und ist dort durch die zentrale Lage ein guter Stützpunkt für Ausfahrten in die „Estnische Schweiz, nach Viljandi, Valga und rund um den Virtsjärv (Heiligensee).
Viljandi (Fellin)
Viljandi, die frühere Hansestadt Fellinn ist heute ein eher beschauliches Städtchen im Zentrum Estlands. Ein guter Ausgangspunkt für Rundfahrten rund um den Virtsjärv (Heiligensee). Sehenswert sind die spärlichen Überreste der einst wuchtigen Ordensburg.